• Michael Kretschmer ist neuer Ministerpräsident in Sachsen. (Foto: dpa)

Neuer Ministerpräsident will freundliches und weltoffenes Land

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Michael Kretschmer ist im sächsischen Landtag am Mittwochvormittag zum neuen Ministerpräsidenten in Sachsen gewählt worden. Er erreichte im ersten Wahlgang 69 von 126 möglichen Stimmen. 48 stimmten mit "nein". Zwei Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Drei Stimmen waren ungültig. Kretschmer nahm die Wahl an. Anschließend erfolgte die Vereidigung Kretschmers, er leistete dazu den Amtseid mit dem Nachsatz "so wahr mir Gott helfe".

Die Opposition hatte am Dienstag bereits angekündigt, nicht für den 42 Jahre alten Görlitzer zu stimmen. Kretschmer brauchte mindestens 64 von 126 möglichen Stimmen, er kam bei der Wahl auf 69 Stimmen. CDU und SPD haben zusammen 77 Mandate.

Kretschmer will freundliches, weltoffenes, lebenswertes Land

Kretschmer selbst sagte nach der Wahl in einem ersten Statement: "Ich möchte meine ganze Kraft in den Dienst unseres Landes stellen. Wir haben es in der Hand, wie dieses Land ist; ob es ein freundliches, weltoffenes, lebenswertes Land ist, das der Zukunft zugewandt ist." Vieles davon werde im Landtag entschieden, so Kretschmer.

Facebook und Twitter-Ministerpräsident?

Der Facebook-Account Michael Kretschmers war bereits gut eine Stunde nach der Wahl umbenannt und mit dem Zusatz "Ministerpräsident" versehen. Er hat dort aktuell über 6.200 Freunde und über 6.400 Abonnenten. Sein Amtsvorgänger Stanislaw Tillich hatte seinen Account bereits vor längerer Zeit stillgelegt. Bei Twitter kommt Kretschmer auf rund 5.000 Follower, dort zeigt er sich ab und zu auch im privaten Umfeld, zum Beispiel Anfang Dezember beim Holzhacken.

Der bisherige Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hatte bereits im Oktober die Konsequenz aus dem desaströsen Abschneiden der sächsischen Union bei der Bundestagswahl gezogen und für Dezember seinen Rücktritt angekündigt. Am 24. September war die erfolgsverwöhnte CDU im Freistaat hinter der AfD nur zweitstärkste Kraft geworden. Am Dienstag ist Tillich offiziell zurückgetreten. Kretschmer will am 18. Dezember sein neues Kabinett vorstellen.

Linke protestiert gegen Kretschmer-Wahl

Mitglieder der sächsischen Linkspartei demonstrierten am Elbufer gegen die Wahl Kretschmers, wie die Fraktion per Twitter mitteilte: "Ein abgewählter Bundestagsabgeordneter kommt durch die Hintertür der Staatskanzlei wieder und wird zum Ministerpräsidenten befördert. Wir haben gegen die Wahl von Michael protestiert – auf der Elbwiese, in Sichtweite des -Plenarsaals."

Dabei wurden Spruchbänder entrollt mit folgender Aufschrift: "Kretschmer = die Krönung der "sächsischen Demokratie" und "#NichtUnserPräsident". In der Tonalität erinnerte die Aktion an ähnliche Hashtags, die im US-Wahlkampf gegen Präsident Trump (NotMyPresident) eingesetzt wurden.


Kretschmer ist in den sozialen Medien deutlich aktiver als sein Amtsvorgänger:

Danke für das Vertrauen! Ich möchte ein Ministerpräsident für alle #Sachsen sein. pic.twitter.com/N24SCQLBLI

— Michael Kretschmer (@kretsc) 13. Dezember 2017

Der Winter kann kommen... pic.twitter.com/SD6uAFAtwF

— Michael Kretschmer (@kretsc) 2. Dezember 2017

Ein abgewählter Bundestagsabgeordneter kommt durch die Hintertür der Staatskanzlei wieder und wird zum Ministerpräsidenten befördert. Wir haben gegen die Wahl von Michael #Kretschmer protestiert – auf der Elbwiese, in Sichtweite des #saxlt-Plenarsaals. pic.twitter.com/mw5F5Y9Sn9

— LinksfraktionSachsen (@LINKE_LTSachsen) 13. Dezember 2017