• Eine neue Studie zur Lese-Rechtschreibschwäche startet an der TU Dresden. (Foto: dpa)

    Eine neue Studie zur Lese-Rechtschreibschwäche startet an der TU Dresden. (Foto: dpa)

Neue Studie zu Lese-Rechtschreibschwäche an TU Dresden

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Eine neue Studie zur Lese-Rechtschreibschwäche startet an der TU Dresden. Die Wissenschaftler wollen erforschen welche Rolle das Hören für die Krankheit spielt. Ziel der Untersuchungen ist es, die Ursachen von Legasthenie besser zu verstehen und Therapien darauf hin zu verbessern. Deswegen sucht die TU aktuell Menschen mit Lese-Rechtschreibschwäche, die an der neuen Studie teilnehmen.

Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen zur Studie unter:https://tu-dresden.de/mn/psychologie/ifap/kknw/forschung/LRS

Hier die Pressemitteilung zum Nachlesen:

Neue Studie zu Erforschung der Lese-Rechtschreibschwäche startet an der TU Dresden

An der Professur für Kognitive und Klinische Neurowissenschaft der TU Dresden wollen Wissenschaftler mit einer neuen Studie die Rolle der Hörbahn bei Legasthenie (Lese-Rechtschreibstörung, LRS) erforschen. Ziel ist es, die Ursachen der Störung besser zu verstehen und dieses Wissen für künftige Therapiemaßnahmen zu nutzen. Aktuell werden dafür Teilnehmer gesucht.

Einer von zehn Menschen weltweit leidet an Legasthenie, einer angeborenen Störung, die bei den Betroffenen Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben verursacht. Trotz ihrer Häufigkeit ist die Ursache der Legasthenie immer noch weitgehend unbekannt.

Die Professur für Kognitive und Klinische Neurowissenschaft der TU Dresden unter Leitung von Professorin Katharina von Kriegstein möchte in einem neuartigen Ansatz versuchen, im wahrsten Sinne des Wortes tiefer in das Thema einzutauchen. Denn während die neurowissenschaftliche Forschung kommunikative Fähigkeiten wie Sprache und Lesen typischerweise mit der Großhirnrinde verbindet, weisen neuere Studien daraufhin, dass Kommunikationsstörungen wie Legasthenie auch durch Fehlfunktionen in tieferliegenden Hirnstrukturen, den subkortikalen Hör- und Sehbahnen, hervorgerufen werden. Diese Mechanismen, so vermutet Katharina von Kriegstein, könnten für einige Symptome der Legasthenie verantwortlich sein.

Das internationale Wissenschaftlerteam möchte in der aktuellen Studie mittels Magnetresonanztomographie beobachten, wie Strukturen in der Hörbahn auf erwartete und unerwartete Geräusche bei Menschen mit Legasthenie reagieren und ob sich die Reaktionen von denjenigen unterscheiden, die keine Leseschwierigkeiten haben. Dafür sucht das Team Menschen mit Legasthenie, die an der Studie teilnehmen möchten. Sie sollten folgende Merkmale haben: Alter zwischen 18 und 40 Jahren, Rechtshänder, deutsch muttersprachlich und ohne neurologische oder psychiatrische Vorerkrankungen.

Die Studie besteht aus Tests am Computer und im Magnet-Resonanztomographen. Insgesamt dauert die Studie circa zehn Stunden, die auf mehrere Sitzungen aufgeteilt werden können.  Die Probanden erhalten eine Aufwandsentschädigung. Anfallende Fahrt- und Übernachtungskosten für auswärtige Teilnehmer werden übernommen.

„Die Ergebnisse der Studie werden uns helfen, die Symptome und Mechanismen der Legasthenie im Gehirn besser zu verstehen. Dies ist eine Voraussetzung für die Umsetzung besserer Therapie- und Unterstützungsmaßnahmen für Menschen, die aufgrund der Störung in der Schule kämpfen müssen und bisher weniger Chancen auf qualifizierte Arbeitsstellen haben“, erläutert Katharina von Kriegstein.

Die Studie wird gefördert durch den ERC Consolidator Grant SENSOCOM. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen unter: https://tu-dresden.de/mn/psychologie/ifap/kknw/forschung/LRS