Neue Initiative will Neonazi-Aufmärsche stoppen
Eine neue Initiative namens „Dresden Wiedersetzen“ will den jährlichen Neonazi-Aufmarsch zum Jahrestag der Bombardierung mit eigener Präsenz verhindern. Diesen Samstag hat das Bündnis Premiere: dann ist der übliche Marsch der Rechtsextremen geplant.
Nur eine breite Zivilgesellschaft könne verhindern, dass der Tag des Gedenkens missbraucht werde, teilten die Organisatoren mit. Die Initiative will nach eigenen Angaben auch Mittel des zivilen Ungehorsams nutzen.
Früher war es wiederholt gelungen, die Neonazi-Märsche zu blockieren. Bislang hatte das Bündnis „Dresden Nazifrei“ die Proteste gegen Rechtsextreme organisiert. Es wurde unlängst aufgelöst, um neuen Leuten Platz zu machen.
Anne Herpertz von der Piratenpartei in Dresden regte am Mittwoch an, das „Gedenken zu überdenken“. Dabei hob sie vor allem auf die Menschenkette ab, zu der jedes Jahr die Stadt und die Technische Universität aufrufen. Die Menschenkette sei einst ins Leben gerufen worden, um die Stadt vor den Neonazi-Aufmärschen zu schützen. Doch diesen Zweck erfülle sie schon lange nicht mehr, sagte Herpertz. Jedes Jahr würden sich auch Antidemokraten in die Kette einreihen. Die Menschenkette sei mittlerweile „leere Symbolpolitik“. (mit dpa)