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Neuausrichtung im Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoff­forschung

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Das Dresdner Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoff­for­schung inves­tiert eine Million Euro für eine Neuaus­rich­tung. Die Suche nach alltags­fä­higen "Supra­lei­tern", die Strom ohne jeden Wider­stand trans­por­tieren, rückt in den Hinter­grund. Im Fokus stünden künftig solche Materia­lien, mit denen elektri­sche Energie aus bisher ungenutzter Abwärme gewonnen werden kann, sowie gedruckte Elektronik, neuar­tige Sensoren, mikro­sko­pisch kleine Antriebe oder Medizin- und Chemie­la­bore in Compu­ter­chip-Größe, sagte der wissen­schaft­liche Direktor Manfred Hennecke der Deutschen Presse-Agentur. Gemeinsam mit der Techni­schen Univer­sität werde dafür auch ein neues Zentrum für Trans­port-Bauele­mente (CTD) einge­richtet, in dessen Ausstat­tung das IFW rund eine Million Euro inves­tiert.Das CTD soll elektro­ni­sche Bauele­mente erfor­schen und entwi­ckeln, die sich Quanten­phä­no­mene und andere physi­ka­li­sche Effekte zunutze machen. Gedacht ist etwa an energe­tisch beson­ders effizi­ente und kompakte Sensoren, elektrisch-mecha­ni­sche Wandler aus ultra­dünnen Schichten, die unter anderem im Autobau einge­setzt werden können, sowie winzig kleine Analy­sela­bore, sogenannte "Labs on Chip", etwa für die Medizin- und Biotechnik. Die bishe­rige "Supra­leiter"-Forschung hat sich laut Hennecke nicht ausge­zahlt. Das Material, das Strom bei tiefen Tempe­ra­turen wider­standslos leiten kann, sollte zu extrem energie­ef­fi­zi­enten Maschinen und Strom­ka­beln führen. "Die Blüten­träume der frühen 1990er-Jahre, als man noch glaubte, in spätes­tens fünf Jahren haben wir Supra­leit­technik in jedem Haushalt, haben sich nicht bewahr­heitet." Es gebe noch immer zu viele prakti­sche Probleme mit der weiterhin zu teuren Technik. Zudem dringe der Freistaat auf mehr prakti­sche Entwick­lungs­er­geb­nisse für die mittel­stän­di­sche Wirtschaft in der Region.