Neonazis stören Christopher Street Day in Dresden
Eine Gruppe von rund 90 Neonazis hat am Samstag in der Dresdner Innenstadt versucht, die Demonstration anlässlich des Christopher-Street-Days zu stören. Die Polizei musste mit einem Großaufgebot eingreifen, um die Veranstaltung zu sichern.
Bei 89 Personen aus dem rechten Spektrum wurden die Identitäten festgestellt. Im Vorfeld der Aktion hatte es nach Angaben der Polizei einen Aufruf der rechten Gruppierung „Elblandrevolte“ in den sozialen Netzwerken gegeben.
Nach den Maßnahmen behielt die Polizei die Gruppe weiter im Blick, hieß es. Noch bevor ab 14 Uhr die große CSD-Veranstaltung in der Innenstadt begann, versammeln sich spontan hunderte Menschen in direkter Nähe zu den Neonazis, um ein Zeichen für Toleranz zu setzen.
Unter ihnen auch die sächsische Justizministerin Katja Maier (Grüne) und ihre Lebensgefährtin Josefine Paul (Grüne Gleichstellungsministerin aus NRW): „Wir lassen uns davon nicht einschüchtern“. Auch die Europaabgeordnete Anna Cavazzini (ebenfalls Grüne) demonstriert in Rufweite zu den Rechtsextremen.
Gegen einen Teilnehmer der Neonazi-Aktion wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Der 22-jährige Deutsche trug laut Polizei verbotene Symbole als Tätowierungen.
Tausende Menschen beim CSD in Dresden
Mehrere tausend Menschen haben sich am Samstag zur Party und Demonstration des Christopher-Street-Day (CSD) in Dresden versammelt. Der bunte Zug bewegte sich durch die Alt- und Neustadt. Wie der Sprecher des CSD mitteilte, gehen die Veranstalter derzeit von rund 10.000 Teilnehmern aus. Immer wieder hielt der Demozug für Kundgebungen, unter anderem SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert beteiligte sich daran.
Der CSD wurde in Dresden zum 31. Mal veranstaltet. Er stand unter dem Motto „100 Prozent Mensch - Ohne Wenn und Aber!“. Bereits am Donnerstag und Freitag nahmen zahlreiche Besucher am traditionellen politischen Straßenfest des CSD teil.