Naunhof: Verbrannte in der früheren DDR-Fabrik ein Obdachloser?
Neue Details zu dem unheimlichen Leichenfund in Naunhof bei Leipzig. Auf dem Gelände des früheren VEB Sachsenpelz war am Dienstagnachmittag ein Toter entdeckt worden - obwohl es dort schon vor gut zwei Wochen gebrannt hatte.
Der Tote ist bei dem großen Feuer am 7. Januar offenbar verbrannt, wie uns am Mittwoch ein mit dem Gebäudeabriss beauftragter Bauarbeiter erzählte. Er habe ihn mit zwei Kollegen zwischen Trümmern vom Dachgeschoss entdeckt. „Wir dachten erst, es sei ein Waschbär, weil wir letztens auch schon zwei tote Tiere fanden“, sagte uns der Mann. Beim Umdrehen mit der Baggerschaufel hätten sie das Objekt dann jedoch als menschlichen Torso erkannt. „Es sah gruselig aus, wie so ein Ausstellungsstück aus den Körperwelten.“ Den Anblick der verbrannten Person werde er wohl nie vergessen.
Doch warum hat die Feuerwehr den Toten nach dem Brand nicht gefunden? „Uns sagten sie, dass sie durchgegangen seien und zu etwa 90 Prozent niemand drin gewesen sei“, erklärt der Arbeiter. „Die sind vermutlich nicht durch den Gebäudeteil gegangen, der nach dem Brand einsturzgefährdet war.“
Auf Nachfrage erklärt die Polizei dazu, dass sie nun in alle Richtungen ermittle und nichts ausschließen könne. Auch die Identität des Toten sei bislang nicht geklärt. Es ist aber wohl das schlimme Ende einer menschlichen Tragödie: Anwohner und die Arbeiter vermuten nämlich, dass es sich bei der Leiche um die Überreste eines etwa 35-jährigen Obdachlosen handelt, der seit Jahren in der Gegend hauste. Ein Anwohner sagte uns: „Ich habe den Mann mit seinem gelben Regenmantel das letzte Mal hier vor etwa zwei Wochen gesehen, kurz vor dem Brand.“
Die Kripo nahm das Gelände am Mittwoch noch mal mit einem Spürhund unter die Lupe. Aus ermittlungstaktischen Gründen hält sich die Polizei bisher sehr bedeckt. In dem leerstehenden Fabrikgebäude war nach der Wende erst ein Hotel und bis vor etwa fünf Jahren die Arbeitsagentur untergebracht.