• Archivbild. (c) Tino Plunert

    Archivbild. (c) Tino Plunert

Nach Waffenfund am Dresdner Hauptbahnhof : Anklage gegen Hintermänner

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Nach dem Waffenfund im Februar in einem Transporter am Dresdner Hauptbahnhof hat die Staatsanwaltschaft Dresden jetzt auch Anklage gegen zwei Hintermänner erhoben. Die 24 und 28 Jahre alten Bosnier sollen als Mitglieder einer Waffenschmuggler-bande an der wiederholten Einfuhr von Handgranaten, Gewehren und Munition beteiligt gewesen sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Männer ihren Lebensunterhalt damit bestritten haben. Im Februar 2019 waren in einem am Hauptbahnhof geparkten Fahrzeug ua scharfe Handgranaten gefunden worden. Wir haben darüber berichtet. Gegen die beiden Fahrer des Autos,  zwei 17 und 29 Jahre alten Bosnier, war bereits Ende Juni Anklage erhoben worden.

Die Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dresden

Waffenfund am Dresdner Hauptbahnhof

Staatsanwaltschaft Dresden erhebt Anklage gegen zwei Hintermänner zum Landgericht Dresden

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat gegen zwei 24 und 28 Jahre alte bosnische Männer Anklage zum Landgericht Dresden wegen gewerbs- und bandenmäßiger unerlaubter Einfuhr von Kriegswaffen u.a. erhoben.

Den Beschuldigten liegt zur Last, als Mitglieder einer Bande für die Einfuhr der am 18.02.2019 am Hauptbahnhof in Dresden durch die Bundespolizei festgestellten Waffen, Munition und Kriegswaffen (u.a. 95 Handgranaten, 4 vollautomatische Gewehre, 8 halbautomatische Faustfeuerwaffen sowie Munition verschiedener Kaliber für Kurz- und Langwaffen) mitverantwortlich zu sein und dabei insbesondere das Fahrzeug, mit dem die Waffen über die deutsch-tschechische Grenze in das Bundesgebiet eingeführt wurden, prä-pariert, die Waffen im Fahrzeug versteckt und das Fahrzeug im Anschluss an die beiden anderweitig verfolgten Fahrer übergeben zu haben. 

Bereits Ende Juni 2019 hatte die Staatsanwaltschaft Dresden Anklage gegen die beiden Fahrer des PKW, einen 17-jährigen bosnischen Jugendlichen und einen 29-jährigen bosnischen Mann, erhoben (siehe Medieninformation der Staatsanwaltschaft Dresden vom 05.07.2019).   

Die beiden nunmehr angeklagten Beschuldigten gerieten durch Hintergrundermittlungen der Staatsanwaltschaft Dresden und des Bundeskriminalamts anlässlich des Ausgangsverfahrens in den Fokus der Strafverfolgungsbehörden. Die Staatsanwaltschaft Dresden geht davon aus, dass die Beschuldigten sich durch wiederholten grenzüberschreitenden Transport und gewinnbringenden Weiterverkauf von Waffen Einnahmen verschaffen wollten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Im Zuge der Ermittlungen haben sich weiterhin keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Waffen zur Vorbereitung eines Terroranschlags eingeführt worden waren.

Das Landgericht Dresden wird nunmehr über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung und die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.Einen Termin zur Hauptverhandlung bestimmt das Landgericht Dresden. Die beiden Beschuldigten befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Beschuldigten bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig zu gelten haben.