- Der Elberadweg ist auf beiden Seiten viel befahren, soll nun zwischen Carolabrücke und Blauem Wunder durch Entlastungswege neu beplant werden
Nach Planungsstopp: Zweiter Elberadweg soll nun doch gebaut werden
Bei schönem Wetter geht es zwischen Altstadt und Blauem Wunder auf dem Elberadweg wie auf einer Fahrrad-Autobahn zu. Deswegen wurde bereits vor 15 Jahren beschlossen, einen Parallelweg zwischen Käthe-Kollwitz-Ufer und Fluss zu bauen, der den Radverkehr entlastet. Doch diese Planungen seien eingestellt, ließ Baubürgermeister Stephan Kühn die Stadträte letzte Woche wissen.
Gestern Abend dann die Rolle rückwärts: „Die Planung einer Erweiterung des Elberadwegs zwischen Carolabrücke und Blauem Wunder geht weiter“, heißt es aus dem Rathaus. Man habe das alte Genehigungsverfahren zwar tatsächlich nicht weiter verfolgt, ein neues solle den Planungsprozess jedoch beschleunigen. Das neue Genehmigungsverfahren sei die Fortschreibung und Erweiterung des alten.
Die Gründe:
- Weil die ursprünglichen Unterlagen schon 15 Jahre alt seien, hätten alle Umweltuntersuchungen komplett überarbeitet werden müssen. Das kostet Zeit. Mit dem neuen Verfahren „werden die notwendigen Umweltuntersuchungen in den Vorplanungsprozess vorgezogen“, so das Rathaus.
- Bei Fortführung des alten Verfahrens hätten auch alle vorliegenden Einwendungen berücksichtigt werden müssen - ebenfalls ein Zeitfaktor und Konfliktpotential.
- Der damals geplante Parallelweg entspräche „heute nicht mehr dem Stand der Technik und bringt vor allem keine naturschutzfachlichen Vorteile“, so die Verwaltung Vorzugsweise müssten auch andere Wegeführungsvarianten mit betrachtet und abgewogen werden, damit die Landesdirektion als Planfeststellungsbehörde eine ausgewogene Bewertungsgrundlage hat.
- Die ursprüngliche Planung bezog sich nur auf den Abschnitt zwischen Fährgarten und Blauem Wunder, jetzt wird schon ab alter Carolabrücke bis nach Loschwitz geplant mit Radwegen und Querverbindungen geplant. Das bietet wesentlich mehr Spielräume für eine geeignete Führung und Breite des Elberad- und Wanderweges „unter Beachtung der umweltrechtlichen Zwangspunkte“, so das Rathaus.
„Eine bloße Fortführung des Planverfahrens hätte zeitlich also keine Vorteile geboten, rechtlich jedoch viel größere Risiken aufgewiesen“, begründet Kühns Geschäftsbereich die Neuplanung. Diese soll nun Ende 2026 vorliegen.
