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Nach Motorrad-WM-Absage: Politiker sehen Alleinschuld bei ADAC

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Politiker der Region machen für das Schei­tern der Motorrad-WM auf dem Sachsen­ring allein den ADAC verant­wort­lich. In einer gemein­samen Erklä­rung vom Mittwoch weisen Landrat, Bürger­meister und Abgeord­nete Forde­rungen zurück, die Politik sei jetzt am Zug. Auch das Sachsen­ring-Manage­ment hat unter­schrieben.

Die Unter­zeichner können nicht nachvoll­ziehen, warum der Club nicht seine Einnahmen – zum Beispiel Eintritts­gelder – erhöht habe, um die Kosten zu decken. Dies hätte die erste Option sein müssen, heißt es in der Presse­mit­tei­lung. Außerdem habe der ADAC trotz vielfa­cher Auffor­de­rung keine nachprüf­baren Fakten auf den Tisch gelegt, die den Einsatz von Steuer­gel­dern gerecht­fer­tigt hätten. Freistaat und Kommunen hätten bereits viele Millionen in die Rennstrecke gesteckt, weitere Inves­ti­tionen wären möglich gewesen.

Zuvor hatte sich der Landrat des Landkreises Zwickau, Chris­toph Scheurer, einzeln zu Wort gemeldet. Er bedauere die Entschei­dung, ließ er über seine Presse­stelle mitteilen, könne sich aber nicht vorstellen, dass finan­zi­elle Gründe den ADAC zur Absage bewogen haben. „Mit zehn Euro mehr Eintritts­preis je Tag und Besucher wären wohl die Mehrkosten gedeckt gewesen“, so der Landrat. Am Dienstag hatte der Automo­bil­club verkündet, dass es aus Kosten­gründen 2012 keine WM auf der Rennstrecke geben wird. Selbst bei höheren Eintritts­preisen und internen Einspa­rungen wäre ein Defizit von 850.000 Euro aufge­laufen, hieß es. Der ADAC hatte Politik und Wirtschaft zur finan­zi­ellen Unter­stüt­zung aufge­for­dert, um das Mega-Event 2013 wieder auf den Sachsen­ring zu holen.