Nach Gewalt in Asylunterkunft Hamburger Straße: Mehr Securitys, Videoüberwachung, Fangnetze
Die Asylunterkunft auf der Hamburger Straße in Dresden wird nach den Gewaltausbrüchen und Polizeieinsätzen in den vergangenen Wochen stärker überwacht. Securitys werden aufgestockt, eine Videoüberwachung für Gemeinschaftsräume geprüft. Das wurde auf einer Sicherheitskonferenz von Landesdirektion, Polizei und Betreiber beschlossen. Außerdem soll das Gebäude besser gegen Vandalismus geschützt werden, zum Beipiel mit Netzen, damit keine Gegenstände in den Hof geworfen werden können. Etwa 450 Menschen leben in der Erstaufnahmeeinrichtung des Freistaates. Diese soll zu einem "Ankerzentrum" - also einem zentralen Abschiebelager - erweitert werden.
Bis zu 50 Bewohner der Unterkunft waren vergangene Woche auf Polizisten losgegangen. Zwei Georgier hatten zuvor einem syrischen Jungen ins Essen gespuckt. Insgesamt elf größere Polizeieinsätze gab es allein im Mai an der Hamburger und Bremer Straße.
Am Freitagabend veröffentlichte die Landesdirektion folgende Pressemitteilung:
Die heute stattgefunden Sicherheitskonferenz für die Erstaufnahmeeinrichtung in der Hamburger Straße in Dresden hat eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Diese dienen dem Schutz der ganz überwiegend friedlichen Bewohner, der Mitarbeiter des Betreibers, der Wachschutzmitarbeiter und der Polizei.
Die bereits kurzfristig erfolgte personelle Verstärkung des Wachschutzes wird ausgebaut. Es werden die Voraussetzungen für die Einführung einer partiellen Video-Überwachung in den Gemeinschaftsbereichen geprüft. Des weiteren sollen bauliche Maßnahmen ergriffen werden, um die Unterkunft besser gegen Vandalismus und Sachbeschädigung zu schützen. Der Treppenhaussturm wurde bereits mit einem Sicherheitsnetz ausgestattet, welches verhindert, dass Gegenstände auf den Hof der Unterkunft geworfen werden.
Neben den technischen Maßnahmen wird die Zusammenarbeit mit dem Rat der Nationen, einer Vertretung der Bewohner der Unterkunft, intensiviert.
Die getroffenen Maßnahmen sind eine erste Reaktion auf die gewaltsamen Angriffe einzelner Bewohner auf friedliche Bewohner der Unterkunft, auf Mitarbeiter des Betreibers, auf Wachschutzmitarbeiter und Einsatzkräfte der Polizei in den vergangenen Wochen.