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Nach Brand: Stadtmuseum braucht 800.000 Euro

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Der Druck auf den städtischen Haushalt wird immer größer! Nach dem Einsturz der Carolabrücke und den ungeplanten Folgekosten sowie Kürzungen von Bundeszuschüssen muss der Stadtrat nun kurzfristig 800.000 Euro fürs Stadtmuseum finden.

Denn das denkmalgeschützte Landhaus an der Wilsdruffer Straße hat eine so veraltete Beleuchtungsanlage, dass es dort am 20. November zu einem Schmorbrand kam. Das wurde jedoch erst jetzt durch ein Rathaus-Papier bekannt. Darin erklärt Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne): „Im Ausstellungsbereich im Obergeschoss des Stadtmuseums kam es zu einer Gefahrensituation aufgrund veralteter technischer Anlagen. Besucher nahmen Brandgeruch wahr und nach Prüfung durch einen Museumstechniker wurden an den Beleuchtungsanlagen verschmorte Leitungen und beschädigte Leuchtenfassungen vorgefunden.“ Die entsprechenden Lampen wurden abgeschaltet. Der Betrieb wird derzeit durch zusätzliche Kontrollgänge des Sicherheitspersonals aufrecht erhalten. Doch es bestünde „auf Grund der vorgefundenen mangelhaften und schadhaften Beleuchtungsanlagen, überalterter Brandmeldeanlagen und ungenügender Sicherheitsbeleuchtung ein sofortiger Handlungsbedarf“, so Kühn weiter. Wenn der Brandschutz nicht unverzüglich auf Vordermann gebracht werden, „muss das Gebäude für die öffentliche Nutzung geschlossen werden“!

Im Stadtmuseum lagern u.a. Teile des Ratsschatzes wie ein über 400 Jahre altes Schutzschild, Schmuck und wertvolle Gemälde und Dokumente der Stadtgeschichte.

Nun soll im Obergeschoss des Gebäudes die Beleuchtungs- und Brandmeldeanlage für 600.000 Euro erneuert und eine Sicherheitsbeleuchtung (110.000 Euro) für den Brandfall installiert werden. Weitere 90.000 Euro werden für die Planung und Bauüberwachung einkalkuliert. Das Geld dafür könnte aus der Staatsoperette Leuben abgezogen werden. An dem geschlossenen Standort sollten eigentlich Probenräume für Bands entstehen. Das Geld wurde aber noch nicht abgerufen, da die alte Operette zwischenzeitlich auch mal als Asylbewerberunterkunft im Gespräch war. Schon Mitte Januar muss der Finanzausschuss über die ungeplante Ausgabe entscheiden.