Nach Anschlag in Berlin - Striezelmarkt wird gesichert
Nach dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin werden Striezelmarkt und Neumarkt stärker gesichert. Am Dienstagmorgen ist die Wilsdruffer Straße gesperrt worden, am Striezelmarkt wurden große Betonblöcke aufgebaut. Der Markt wurde normal geöffnet. Am Neumarkt begann am Abend der Aufbau von Betonblöcken.Andacht in der KreuzkircheNach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin wird es am Mittwochabend, 9 Uhr, ein Friedensgebet in der Kreuzkirche am Altmarkt geben. Dazu laden Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Superintendent Christian Behr und Kreuzkirchenpfarrer Holger Milkau ein. Kreuzorganist Holger Gehring sorgt für die musikalische Umrahmung.Das Markttreiben auf dem Dresdner Striezelmarkt wird mit Beginn der Andacht kurz unterbrochen: Die Beleuchtung der Fichte, des Schwibbogens und der Herrenhuter Sterne wird ausgeschalten, die restliche Beleuchtung wird gedimmt, die Musik ist aus und das Bühnenprogramm unterbrochen. Der Markt ist im Anschluss regulär bis 21 Uhr geöffnet. In Freiberg rief Oberbürgermeister Krüger bereits am Dienstagabend zu einer Schweigeminute auf dem Freiberger Christmarkt auf, 12 Kerzen wurden entzündet, die Hiller Glocke schlug 12 mal.Betonsperren am StriezelmarktAm Vormittag rückte am Striezelmarkt in Dresden ein erster LKW mit Betonteilen an. Diese wurden an der Wilsdruffer Straße platziert. Bereits zum Tag der Einheit gab es eine Sicherung der Altstadt mit 1400 Betonblöcken. Die Betonblöcke, die jetzt aufgestellt werden, wurden bei G7-Gipfel in Dresden und beim Bilderberg-Treffen in Dresden eingesetzt.Veränderte Sicherheitslage: Schutzkonzept für StriezelmarktStadtsprecher Kai Schulz teilte auf unsere Anfrage mit: "Wir sind tief erschüttert über die Ereignisse in Berlin und unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer sowie allen Berlinerinnen und Berlinern. Im Moment werden die Zugänge zum Striezelmarkt mit Steinblöcken versperrt. Dies ist eine Maßnahme, die so im Sicherheitskonzept des Striezelmarktes vorgesehen ist und greift, wenn sich die Sicherheitslage für den Markt verändert hat."Bisher ist der Besucherstrom auf dem Dresdner Striezelmarkt für einen Wochentag normal, teilte die Stadt mit. Das Aufstellen der über 30 Steinblöcke um den Dresdner Striezelmarkt auf dem Altmarkt lief bis zum Abend. Alle Zugänge an der Wilsdruffer Straße, der Seestraße und an der Kreuzkirche sind einbezogen. Die südliche Spur der Wilsdruffer Straße - Fahrtrichtung Postplatz zum Pirnaischen Platz - wird durchgängig bis Ende des Marktes am Sonnabend, 24. Dezember 2016 jeweils von 10 Uhr bis 21 Uhr gesperrt.Auch am Neumarkt werden in Vorbereitung für die Christvesper am 23. Dezember Betonblöcke aufgestellt. Zudem werden Zufahrt durch eine Kombination aus Polizeiautos und Blöcken ab Mittwoch bis in den späten Freitagabend gesichert.Die weiteren Dresdner Weihnachtsmärkte haben regulär geöffnet. Die Stadt Dresden prüft Maßnahmen, welche auch die Sicherheit auf den Weihnachtsmärkten Prager Straße, Postplatz und Hauptstraße erhöhen können. Dazu gibt es aktuell Prüfungen vor Ort. Die Umsetzung ist für Mittwoch geplant. Wenn benötigt, stehen ausreichend Betonelemente zur Sicherung der anderen Märkte zur Verfügung, teilte die Stadt mit.Polizeipräsident informiert zu Schutz für StriezelmarktPolizeipräsident Horst Kretzschmar sagte: „Wir haben bislang auf das Aufstellen von Durchfahrtssperren verzichtet. Allerdings hatten wir Vorkehrungen getroffen, um schnell auf eine veränderte Sicherheitslage reagieren zu können. Diese Situation ist nun eingetreten. So haben wir heute Morgen begonnen, die bereits bei den Feierlichkeiten zum 3. Oktober eingesetzten Betonklötze um den Striezelmarkt aufzubauen.“Desweiteren werden bereits seit Beginn der Märkte Interventionskräfte vorgehalten. Sie stehen für den Ernstfall als sofortige Eingreifgruppe im Einsatzraum bereit und sind mit einer besonderen Schutzausrüstung sowie Maschinenpistolen ausgestattet. Ulbig: Kein RucksackverbotAn Zugängen zu Weihnachtsmärkten würden "robuste Streifen" mit Maschinenpistole und Schutzweste postiert, kündigte Innenminister Ulbig am Mittag auf einer Pressekonferenz an. Auf den Märkten selbst sollen Polizisten in Zivil unterwegs sein. Ein Rucksackverbot gibt es genauso wenig wie eine Urlaubssperre für die Beamten. Bei Großveranstaltungen wie der Weihnachtsvesper vor der Frauenkirchen passe man die Sicherheitskonzepte an, hieß es.Pegida mobilisiertIn den sozialen Netzen wird zu zwei Veranstaltungen mobilisiert, bei Polizei und Stadtverwaltung lagen dazu auf unsere Anfrage noch keine näheren Angaben vor. So wurde indirekt zu einer "Raucherpause" am Striezelmarkt-Schwibbogen und zu einer Mahnwache an der Wilsdruffer/Schlossstraße am Abend aufgerufen. Man habe das im Blick, hieß es von der Dresdner Polizei.Tillich: nicht einschüchtern lassenSachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat die Menschen im Freistaat aufgefordert, sich von dem mutmaßlichen Terroranschlag in Berlin nicht einschüchtern zu lassen. Es gehe darum, im Sinne einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung seine eigenen Werte auch zu leben, sagte er am Dienstag in der Staatskanzlei. Die Behörden in Sachsen würden alles dafür tun, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Er habe den Innenminister beauftragt, die Sicherheitsvorkehrungen auf den Weihnachtsmärkten deutlich zu verschärfen.Flaggen auf HalbmastDie Flaggen in Sachsen werden auf Halbmast gesetzt, wie zum Beispiel an der Staatskanzlei in Dresden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat angeordnet, dass bundesweit die Flaggen auf Halbmast gesetzt werden.