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Mutmaßlicher Pädophiler vom Kinderporno-Portal «Elysium» vor Gericht

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Vor dem Dresdner Landgericht muss sich seit Donnerstag ein 41-jähriger mutmaßlicher Pädophiler verantworten. Dem Dresdner wird schwerer sexuellen Missbrauch von zwei kleinen Mädchen im Alter von fünf und sieben Jahren vorgeworfen. Er war der Polizei im Juli bei Ermittlungen gegen die europaweit größte Kinderpornografie-Plattform «Elysium» ins Netz gegangen und festgenommen worden.

Die Darknet-Plattform hatte rund 87 000 Mitglieder und war international ausgerichtet. Sie verfügte über Chatbereiche in deutscher, englischer, französischer, spanischer und italienischer Sprache. Die europäische Polizeibehörde Europol und Behörden in Österreich, Italien, Neuseeland und Australien unterstützen die Ermittlungen.

Nach Angaben der in Deutschland federführenden Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gibt es in der Bundesrepublik «eine Vielzahl» von Verfahren gegen «Elysium»-Nutzer. Der Prozess gegen den 41-Jährigen - der auch in einer Dresdner Pfarrgemeinde engagiert ist - ist aber der einzige in Sachsen.

Die Anklage stützt sich auch auf Bilder und Videos, die der Diplomingenieur während des Missbrauchs der Kinder seit 2015 angefertigt haben soll. Laut Verteidigung hat sich ihr Mandant zu den Vorwürfen eingelassen. Auch in der Hauptverhandlung wolle er sich äußern. Ein Urteil wird Anfang Januar erwartet.

Einen zu Prozessbeginn von der Nebenklage beantragten Ausschluss der Öffentlichkeit lehnte der Richter ab. Es sei im Interesse des Gesetzgebers, dass auch solche Verhandlungen öffentlich geführt würden, was aber nicht heiße, dass besonders schutzwürdige Verhandlungsteile davon ausgenommen werden könnten.

(dpa)