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Motorboot kracht gegen Brückenpfeiler in Pirna

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Auf der Elbe in Pirna hat am Sonntag ein Motorboot einen Brückenpfeiler gerammt. Der 62-jährige Bootsführer verletzte sich dabei und musste kurzzeitig stationär behandelt werden.

Laut Wasserschutzpolizei hatte der Mann knapp ein Promille Alkohol im Blut. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der Gefährdung des Schiffsverkehrs ermittelt. Außerdem sucht die Polizei Zeugen, die den Unfall beobachtet haben. Das Boot wurde bei dem Aufprall beschädigt. Zum Sachschaden gibt es noch keine Angaben.

Nach Angaben der Geschäftsführung des Pirnaer Ruderbootsvereins 1872, für den der Betroffene als Kampfrichter beim Drachenboot-Cup während des Pirnaer Stadtfest eingesetzt war, hat der 62 Jahre alte Bootsführer „der Hitze geschuldet“ bei seiner Fahrt elbabwärts offenbar hinter dem Steuer das Bewusstsein verloren. Vermutet wird, dass der langjährige Rudersportfreund und erfahrene Trainer deshalb nach vorn kippte, mit seinem Körpergewicht die Hand am Gashebel auf Vollgas - möglicherweise bis zu 40 bis 50 Stundenkilometer - beschleunigte und mit der anderen Hand am Lenkrad selbiges verriss.

Laut Berichten von Vereinsmitgliedern habe der Mann nach dem Aufprall noch selbst aus dem gestrandeten Boot aussteigen können. Er habe jedoch erheblich unter Schock gestanden. Der Verunglückte wurde von Rettungsschwimmern an Bord des Motorrettungsbootes „Königstein“ genommen und an Land gebracht.

Das stark beschädigte Motorboot wurde nach dem Unfall zunächst von Vereinsmitgliedern, die mit einem zweiten Boot an die Unfallstelle gefahren waren, an der Unfallstelle gegen Wellenschlag, Umkippen, Kentern und Volllaufen gesichert und später mit „vereinten Kräften“ durch Rudersportfreunde und die DLRG-Besatzung an den Steg des Pirnaer Ruderbootshaus gezogen und dort aus dem Wasser geborgen worden.

Wie es aus Reihen des Pirnaer Rudervereins 1872 verlautet, hat das Boot Totalschaden erlitten. Zumindest sei der Schiffsrumpf komplett hinüber. Es soll gerissen, wenn nicht sogar gebrochen sein, im Heck klaffen Löcher. Ob der etwa ein Jahr alte Motor noch zu reparieren geht, müsse erst in der Werkstatt geprüft werden.

Es war das neueste und beste Motorboot des Pirnaer Rudervereins 1872, das am Sonntag verunglückt ist, heißt es. Weil es am besten manövrierfähig und der Motor leistungsfähig ist, sei es für die Absicherung von Regatten ideal. Seit dem Vormittag sei der Bootsführer allein auf der Elbe gewesen, um die Starts der Drachenboot-Rennen auf dem Wasser zu koordinieren, hätte beim Ausrichten der Boote mit dem Megafon Kommandos an der Startlinie gegeben und den geregelten Ablauf überwacht.