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Morddrohungen gegen Dresdner Oberbürgermeister

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Der Staats­schutz hat nach Hetze im Internet gegen Dresdens Oberbür­ger­meister Dirk Hilbert Ermitt­lungen aufge­nommen. Es werde der Verdacht der Bedro­hung und Belei­di­gung geprüft, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Das Social-Media-Team der Polizei sicherte am Freitag mehrere Drohungen in Sozialen Netzwerken, bei denen Straf­ver­dacht bestehe. Zudem bewachen Beamte rund um die Uhr Hilberts Wohnung.  Im Vorfeld des Geden­kens an die Zerstö­rung Dresdens am 13. Februar hatte Hilbert vor einem Opfer­my­thos gewarnt. "Wir sehen immer wieder - und gerade in dieser Zeit - Versuche, Geschichte umzudeuten, Dresden im Opfer­my­thos dastehen zu lassen", sagte der FDP-Politiker. Die Aufar­bei­tung der Gescheh­nisse durch eine Histo­ri­ker­kom­mis­sion ließen dafür aber keinen Raum. "Dresden war alles andere als eine unschul­dige Stadt", sagte Hilbert am vergan­genen Mittwoch. Es folgten Anfei­dungen bei Facebook, auch Mordauf­rufe wurden gepostet. Drohungen wurden auch aufgrund der geplanten Kunst­werke am Neumarkt und am Theater­platz laut. Vor der Frauen­kirche werden ab Montag drei Busse hochkant aufge­stellt, die an den Krieg in Syrien und Aleppo erinnern. Auf dem Theater­platz vor der Semper­oper entsteht ein riesiges Gräber­feld, das an Menschen erinnert, die im Mittel­meer ertrunken sind. Auf Facebook­seiten wurde bereits zu "Raucher­pausen" auf dem Neumarkt aufge­rufen oder Schrott und Hundekot dort hinzu­bringen. Auch zu Demons­tra­tionen vor Hilberts Privat­woh­nung wurde aufge­rufen.Darüber­hinaus sind seit gestern Abend rund um die Uhr Dresdner Polizei­be­amte und Wachpo­li­zisten an der Wohnung des Oberbür­ger­meis­ters präsent.Polizei­prä­si­dent Horst Kretz­schmar teilte mit: „Wir befinden uns in der Woche vor dem 13. Februar, wo die Sicher­heits­lage ohnehin immer etwas angespannter ist. Auch wenn wir keine unmit­tel­bare Gefahr für die Gesund­heit für Herrn Hilbert sehen, können wir andere Aktionen, insbe­son­dere vor seiner Wohnung, nicht ausschließen.“ Bislang kam es in dem Zusam­men­hang zu keinen Vorkomm­nissen, hieß es von der Polizei.