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Mittelalterlichen Bergbauschacht in Dippoldiswalde per App erkunden

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Die ehemaligen Bergbauschächte aus dem Mittelalter in Dippoldiswalde können bald per Handy-App erkundet werden. Da die Stollen aus dem Hochmittelalter nicht mehr zugänglich gemacht werden können, werden aktuell mit moderner digitaler Technik virtuelle Archäologie erlebbar gemacht. So gibt es ein 3D-Modell der Stadt, außerdem ist eine virtuelle Befahrung eines Bergwerkes möglich. Die Region Dippoldiswalde gehört seit Kurzem zum Unesco Weltkulturerbe.

Die Entwickler nutzen eine bereits bestehende App und haben die passendenden Daten und Grafiken für die Bergbauschächte in Dippoldiswalde eingefügt. Vermutlich ab Oktober soll die App genutzt werden können, dann werden entsprechende Marker - ähnlich wie QR-Codes - in Dippoldiswalde installiert, teilte der Projektleiter auf unsere Anfrage mit.

Mitteilung des Landesamtes für Archäologie:

Die erste Anwendung am MiBERZ zeigt ein virtuelles Modell der Stadt Dippoldiswalde mitsamt seiner montanen „Unterwelt“. Je nachdem, wie man Handy oder Tablet hält, gewährt die App einen Blick aus der Luft oder von unten. Maßstäblich eingeblendete Schächte und Stollen unterhalb der Geländeoberfläche vermitteln ein deutliches Bild von der intensiven Bergbautätigkeit des Mittelalters. Kaum ein Bereich der Stadt, unter dem der Silberbergbau keine Spuren hinterlassen hat.

Die zweite Anwendung an der Glashütter Straße führt den Nutzer dann direkt in die Welt unter Tage. In einer verblüffend lebensnah wirkenden virtuellen Umgebung, erleben die Besucher die beklemmende Enge in den Bergwerken. Auf ihrem Weg durch das Bergwerk treffen sie auch auf Bergleute bei ihrer harten Arbeit, sei es an einer Haspel oder an einem Abbau.

Schon bald werden sich Besucherinnen und Besucher auf die Spuren des Mittelalterlichen Bergbaus begeben können, ohne sich dabei Hände und Schuhe schmutzig machen zu müssen.

Projektleiterin Dr. Christiane Hemker vom Landesamt für Archäologie Sachsen ist zuversichtlich: „Die Technik der virtuellen Realität wird künftig eine wesentliche Rolle spielen, um die meist im Untergrund verborgenen archäologischen Denkmäler für die Menschen sichtbar und erlebbar zu machen.“