Missbrauchsfall bei der Dresdner Parkeisenbahn
Bei der Dresdner Parkeisenbahn gibt es einen Fall von Kindesmissbrauchs. Der mutmaßliche Täter, ein 38-jähriger Bahnhofsleiter, hat sich das Leben genommen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte auf unsere Anfrage, dass gegen den Mann seit April ermittelt wurde, weil er einen 16-jährigen Jungen missbraucht haben soll. Wie Oberstaatsanwalt Claus Bogner unserem Sender sagte, sei über weitere Fälle derzeit nichts bekannt. Eltern und Förderverein wurden offenbar über Monate nicht informiert.Gegen den Parkeisenbahn-Mitarbeiter wurde bereits seit April ermittelt, weil er den jungen über Jahre missbraucht haben soll. Im Frühjahr offenbarte sich das Opfer, die Eltern erstatteten Anzeige. Der mutmaßliche Täter nahm sich kurz darauf das Leben. Zuerst hatten Sächsische Zeitung und Morgenpost berichtet. Tatort waren demnach die Räumlichkeiten der Modelleisenbahnanlage der Parkeisenbahner an der Ostra-Allee.Die Eltern der rund 200 Kinder und Jugendlichen bei der Parkeisenbahn, wurden laut Morgenpost erst in der vergangenen Woche - Monate nach dem Beginn der Ermittlungen - über den Missbrauchsverdacht informiert. Ein Fragebogen wurde verteilt, um zu klären, ob noch mehr Kinder betroffen sind - acht Monate nach Erstattung der Anzeige. Auch der Parkeisenförderverein war offensichtlich nicht informiert, der Verein schaltete Ende Mai eine Traueranzeige: "Wer Bleibendes geschaffen hat und Menschen begeistern konnte, wird nicht vergessen."Der Mann war seit 1987 ehrenamtlich bei der Parkeisenbahn engagiert, hatte mit 10 Jahren selbst dort seinen Dienst als Pionier aufgenommen. Er war bei der Parkeisenbahn Bahnhofs- und Arbeitsgemeinschaftsleiter.Am Dienstagmittag will die Staatliche Schlösser und Gärtenverwaltung ein Kinderschutzkonzept zur Prävention gegen sexuellen Missbrauch vorstellen.Die Parkeisenbahn gehört dem Freistaat Sachsen, sie wird von der staatlichen Schlösserverwaltung betreut. Auf 5,6 Kilometern dreht die Bahn ihre Runden im Großen Garten.