Merkel-Besuch in Heidenau begleitet von Buh-Rufen
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwochmittag die Notunterkunft in Heidenau besucht. Sie dankte den Helfern, die Hass ertragen müssen, dankte Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz. Zudem verurteilte sie erneut die Ausschreitungen vom Wochenende. "Es ist beschämend und abstoßend, was wir erleben mussten", sagte Merkel. Merkel-Besuch von Buh-Rufen und Hupkonzerten begleitetMerkel landete kurz vor 12.00 Uhr auf dem Flugplatz Pirna-Pratzschwitz. Anschließend wurde sie von Ministerpräsident Tillich am Eingang des ehemaligen Baumarktes empfangen. Der leerstehende Baumarkt war kurzfristig in eine Notunterkunft für bis zu 600 Flüchtlinge umgebaut worden. Tillich hatte vor Ankunft der Kanzlerin hitzige Debatten mit Gegnern der Asylunterkunft. Merkel wurde dann bei ihrer Ankunft kurz nach 12.00 Uhr vor Ort mit Buh-Rufen und Pfiffen empfangen, vorbeifahrende Autos hupten.Anschließend begann ein Rundgang der Kanzlerin in dem ehemaligen Praktiker-Baumarkt. Dabei ist sie mit Flüchtlingen und Helferns ins Gespräch gekommen.Gegenüber des Marktes sammelten sich am Mittag immer mehr Menschen, sie skandierten "Volksverräter", "Lügenpresse" und "Hier ist das Pack". Zudem gab es einen Eierwurf. Sigmar Gabriel hatte die Gewalttäter vom Wochenende als "Pack" bezeichnet. Bei den rechtsextremen Ausschreitungen Freitag- und Samstagnacht waren über 30 Polizisten verletzt worden.Am Nachmittag war Merkel in Glashütte, dort hat sie ein neues Produktionsgebäude bei der Lange Uhren GmbH eingeweiht. "Einen größeren Kontrast erlebe ich selten", sagte Merkel.Bündnis Dresden Nazifrei kündigt Demo anDas Bündnis Dresden Nazifrei plant am Freitag und Samstag große Kundgebungen gegen Fremdenhass. Am Freitag solle es vor der Notunterkunft für Flüchtlinge in Heidenau ein Willkommensfest geben, am Samstag in Dresden eine Demonstration, teilte das Bündnis am Mittwoch mit. "Die Ausschreitungen des vergangenen Wochenendes in Heidenau markieren einen neuen Tiefpunkt der sächsischen Verhältnisse", hieß es. Schon seit Wochen gebe es fast täglich gewalttätige Übergriffe und Aktionen von Rassisten und Neonazis gegen Flüchtlinge und Menschen, die sich für deren Wohlergehen engagieren.(Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.)

