Menschenkette gegen Jobabbau in Görlitz
Görlitzer Waggonbauer haben ein Zeichen gegen drohenden Stellenabbau und für den Erhalt des Standortes gesetzt. Beschäftigte der Frühschicht bildeten heute Nachmittag eine rund 600 Meter lange Menschenkette entlang des Werks. Unter den Teilnehmern waren viele langjährige Mitarbeiter. Alstom will in Görlitz bis zu 400 Jobs streichen. Der französische Konzern ist von seinen Plänen bislang nicht abgerückt. Viele Beschäftigte sind verunsichert.
„Bett für Alstom bereitet“
„Wir kämpfen um eine Perspektive für den Standort. Mit dem Strukturwandel ist das Bett bereitet. Alstom braucht sich nur hineinzulegen“, sagte Betriebsratsvorsitzender René Straube. Es liege ein Zukunftskonzept vor. Nun sei es an Alstom, es gemeinsam mit den Beschäftigten umzusetzen, so der IG Metall-Chef für Ostsachsen, Uwe Garbe. Er kündigte weitere Protestaktionen an. „Sollte der Konzern nicht einlenken, kann er sich warm anziehen.“ Garbe nahm zugleich die Politik in die Pflicht. „Alle reden von der Verkehrswende, aber wir schaffen es nicht, dass wir hier produzierte Züge auf die Schienen bringen.“ Das Know how sei da.
Politiker sagen Unterstützung zu
Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (CDU) und der neue Landrat Stephan Meyer (CDU) reihten sich in die Menschenkette ein. Sie sagten den Waggonbauern ihre Unterstützung zu, ebenso Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig. Der SPD-Politiker hatte auf seiner Unternehmenstour durch den Freistaat kurzerhand Station am Alstomwerk in Görlitz gemacht. Alle drei Politiker wollen das Gespräch mit der Alstom-Führung suchen.
Betriebsratsvorsitzender Straube kündigte weitere Protestaktionen an, sollte der Konzern nicht einlenken.