• In den vergangenen Wochen hatte es tagtäglich schwere Unfälle auf der A4 gegeben. (Foto: Archiv/T. Plunert)

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Mehr Tempolimits nach Unfallserie auf der A4 zwischen Dreieck Nossen und Dresden

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Autor: red

Nach der Serie von schweren Unfällen auf der Autobahn 4 gibt es ab sofort ab dem Dreieck Nossen bis zum Dreieck Dresden Nord weitere Tempolimits. Bereits ab Nossen gilt nun Tempo 120, ab Birkenhain und bei Wilsdruff gilt ein Tempo 100-Limit, teilte das Verkehrsministerium mit. Vor den Baustellen werden mehr Warnschilder, zum Beispiel auch mit gelben Warnblinklichtern, aufgestellt. Zudem soll die Verkehrspolizei mehr Tempokontrollen durchführen. Damit soll die Zahl schwerer Unfälle und Staus reduziert werden. Die neuen Regelungen betreffen die Fahrtichtung Chemnitz - Dresden. In Fahrtrichtung Chemnitz seien aus aktueller Sicht keine Maßnahmen notwendig.

Zur Problematik des fehlenden Sicherheitsabstandes und der daraus resultierenden schweren LKW-Unfälle in den Baustellen wurden keine Vorschläge gemacht. Im Verkehrsministerium wurde auf die Zuständigkeit des Innenministeriums in Sachen Kontrollen verwiesen. Auf die Frage, warum die Maßnahmen erst jetzt erfolgten, gab es auch keine konkreteren Angaben. Für Interviews war am Donnerstagnachmittag zunächst niemand erreichbar. Zeitungen wie Bild und Morgenpost hatten in dieser Woche die Kritik der FDP an Verkehrsminister Dulig aufgegriffen, da er sich in den vergangenen Wochen zum Beispiel als Kofferträger oder beim Wassersport präsentierte, auf der A4 dagegen seit Wochen nichts passiere.

Die vollständige Mitteilung aus dem Verkehrsministerium hier nachlesen:

Um die aktuelle Situation auf der A4 weiter zu entschärfen und das erhöhte Unfallaufkommen zwischen dem Autobahndreieck Nossen und dem Dreieck Dresden-Nord zu reduzieren, wird es erneut zusätzliche verkehrsorganisatorische Maßnahmen geben. Dies ist das Ergebnis der jüngsten Prüfung des sächsischen Verkehrsministeriums gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern und dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr.

Die neu festgelegten Maßnahmen betreffen die A4 in Fahrtrichtung Eisenach – Dresden: So wird die Geschwindigkeit bereits ab Dreieck Nossen reduziert. Eine verstärkte Beschilderung soll zusätzlich auf die nahende Baustelle aufmerksam machen. Weniger Unfälle und infolgedessen auch weniger Staus sind das Ziel.

Konkret werden folgende Maßnahmen bis Ende dieser Woche umgesetzt:

Bereits ab dem Dreieck Nossen wird die Geschwindigkeit auf 120 km/h gedrosselt, ab Höhe Birkenhain dann auf 100 km/h mit erneuter Wiederholung der Beschilderung vor und nach der Anschlussstelle Wilsdruff.  In der Baustelle wird die Geschwindigkeit weiter reduziert.

Zusätzlich werden Hinweistafeln aufgestellt, die bereits vier Kilometer vor Baustellenbeginn auf die kommende Baustelle hinweisen. Ergänzt werden diese Zeichen durch die Verkehrszeichenkombination „Achtung Unfallgefahr und 80 km/h“ (mit Blinklicht)  sowie Hinweisschildern „Achtung Staugefahr“  vor  Baustellenbeginn.

Verkehrsminister Martin Dulig: „Wir arbeiten derzeit intensiv im am höchsten belasteten Autobahnabschnitt des gesamten Netzes. Um Unfällen vorzubeugen und den Verkehrsfluss zu gewährleisten, wurden bereits entsprechende Maßnahmen getroffen. Doch diese Maßnahmen „verpuffen“, sobald es zu Unregelmäßigkeiten wie defekten Fahrzeugen im Baustellenbereich oder Unfällen durch unachtsame Fahrweise kommt. Ich hoffe, dass diese zusätzlichen Maßnahmen entsprechend Wirkung entfalten, die Kraftfahrer noch besser sensibilisiert werden und ihr Fahrverhalten auch entsprechend anpassen. Wir benötigen mehr Akzeptanz und Verständnis gegenüber den durchzuführenden Maßnahmen. Wir bauen nicht, um Kraftfahrer zu  ärgern. Ein baustellenfreies Autobahnnetz wird es auch zukünftig nicht geben. Aber wir arbeiten an einer noch besseren Koordination derzeit mit den Kollegen auf allen Ebenen.“

In Abstimmung mit dem sächsischen Innenministerium werden die Geschwindigkeitsbeschränkungen zusätzlich verstärkt durch die Polizei überwacht.

In Fahrtrichtung Dresden – Eisenach sind aus heutiger Sicht keine verkehrsorganisatorischen Maßnahmen notwendig.