Mehr junge, alte und weibliche Übernachtungsgäste in Dresder Nachtcafés
Die Nachtcafés in Dresden haben ihre Saison beendet. Seit November haben zahlreiche Kirchengemeinden Wohnungslosen nachts einen Schlafplatz und Essen angeboten.
Je nach Wetterlage kamen täglich zwischen 10 bis 20 Obdachlose. Insbesondere in den Nächten mit Dauerfrost, wurde das Angebot stark genutzt. Auffällig sei, dass viele ältere, aber diesmal auch junge Gäste dabei waren. Zudem sei der Anteil der Frauen gestiegen.
Mit der Nacht vom 31. März auf den 1. April 2018 in der in der Evangelisch-methodistischen Immanuel-Gemeinde Dresden-Cotta endete die 23. Nachtcafé-Saison der Dresdner Kirchgemeinden. Die Immanuel-Gemeinde war erst in dieser Saison, im November 2017, dazugekommen, teilten die Organisatoren. "Obwohl die kleine Gemeinde nur etwa 70 Mitglieder hat, sind sofort Helfer aus dem Stadtteil und benachbarten Kirchgemeinden in die Nachtcafé-Arbeit in Cotta eingestiegen. Wir sind auch in der nächsten Saison gerne wieder dabei, so Pastor Philipp Weismann. Die Arbeit mit den Wohnungslosen sei für unsere Gemeinde eine Bereicherung."
Zwischen 9 und 20 Übernachtungsgäste fanden sich während der vergangenen Saison in den Kirchenräumen ein, hieß es. Zum gemeinsamen Abendessen waren es jedoch oft bis zu einem Drittel mehr Personen. „Auch das entspricht unserem Konzept“, so Gerd Grabowski, Sprecher des Dresdner Nachtcafé-Koordinierungskreises. „Wir halten mit der warmen Mahlzeit am Abend ein Gesprächs- und Begegnungsangebot vor, welches über den Kreis wohnungsloser Menschen hinaus offen ist. Gemeinschaft und Austausch hilft in allen Lebenslagen. “
Die demografische Situation der Gesellschaft spiegelt sich inzwischen auch bei den Wohnungslosen wider: Ein nicht unerheblicher Teil ist im Rentenalter. Hinzu kommen aber auch auffallend junge Gäste zwischen 20 und 30 Jahren. Auch der Anteil an Frauen wächst mit inzwischen durchschnittlich vier Damen pro Nacht.
Adriana Teuber, Sozialarbeiterin für den Kirchenbezirk Dresden Nord, dankt allen Helfern, Spendern und Unterstützern: „Ohne dieses große Netzwerk aus einzelnen Personen, Firmen und Institutionen wäre diese Hilfe für Menschen ohne Wohnung undenkbar.“ Dank vieler Spender konnte die vergangene Saison finanziell abgesichert werden. Frau Teuber hofft, dass sich auch künftig Spender und Helfer für wohnungslose Menschen in Dresden engagieren.
Alle Gäste bekamen Getränke, eine warme Mahlzeit und ein gemeinsames Frühstück sowie Gesprächs- und Kontaktmöglichkeiten zu weiterführenden Hilfen. Die Wohnungslosen hatten in den Nachtcafés zudem die Möglichkeit zu duschen und ihre Wäsche zu waschen und trocknen zu lassen.
Die nächste Nachtcafé-Saison startet am 1. November 2018, die Vorbereitungen dazu werden bereits im Spätsommer beginnen, hieß es abschließend.