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  • Auf leisen Sohlen unterwegs: Die Elektro-Busse der DVB.
  • Der Mann für Dresdens Elektro-Busse: Rico Seipel von den DVB.

Mehr als 500.000 Kilometer: Voller Erfolg für E-Busse

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Dresdens Elektro-Busse sind ein voller Erfolg. Seit einem knappen halbem Jahr sind 20 der elektrischen Fahrzeuge für die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) im Einsatz. Dabei haben diese bereits mehr als eine halbe Million Kilometer zurückgelegt. Die DVB ziehen ein positives Zwischenfazit.

Durch die elektrische Busflotte werden jährlich rund 875 Tonnen CO2 eingespart. Zudem ist die Reichweite größer, als erwartet: Der Hersteller gab pro Ladung 120 Kilometer an, in der Praxis sind es 170 Kilometer. In der gesamten Zeit ist kein einziges Fahrzeug wegen geringer Ladung liegen geblieben, so Robert Roch, Leiter der Busflotte bei den DVB.

Die Busse werden bislang vorrangig auf der Linie 68 und 81 eingesetzt. Weil diese täglich eine Strecke von 300 Kilometer zurücklegen, müssen die Fahrzeuge zwischendurch an den Elektrostationen, wie in Cossebaude oder der Leubnitzer Höhe, aufgeladen werden. Das dauert rund 20 Minuten, dabei legen die Fahrer an den Endpunkten eine kleine Pause ein. Für eine komplette Ladung muss der Bus mindestens eine Stunde an die Ladesäule angeschlossen werden.

Kaum Probleme zum Start

Zum Start habe es noch Kinderkrankheiten gegeben, so DVB-Busleiter Robert Roch. Allerdings keine größeren technischen Defekte.

Zum Beispiel wurden einzelne Ladevorgänge nachts im Betriebshof abgebrochen, aber auch immer erst dann, wenn die Batterie wieder voll war. Der Hersteller konnte den Fehler durch eine neue Software schnell beseitigen.

Mehr E-Busse für Dresden

Geplant ist, dass auch in Zukunft mehr E-Busse in Dresden unterwegs sind. Im Jahr 2025/26 sollen die nächsten elektrischen Fahrzeuge eintreffen. Dafür hoffen die DVB aber noch auf Fördermittel vom Bund. Die Anschaffung eines E-Busses kostet, im Schnitt ist dieser doppelt so teuer wie der Kauf eines Dieselbusses.

Vereinzelt fahren einige E-Busse bereits auf den Linien 61, 63, 64, 85 und 90. Weil dort aber keine Ladestationen auf der Strecke vorhanden sind, werden die elektrischen Fahrzeuge nicht dauerhaft eingesetzt. Ein Berliner Unternehmen untersucht derzeit, auf welchen Buslinien sich in Zukunft der Elektroantrieb besonders eignet und wo konkret der unkomplizierte Bau und Einsatz von Ladestationen möglich sind. 

Elektrobusse beliebt

Bei den Fahrern sind die E-Busse sehr beliebt. Rico Seipel, der Projektleiter der E-Mobilität fasst das Fahrgefühl wie folgt zusammen: "Wer lange einen E-Bus fährt und dann wieder einen Dieselbus, der denkt sich, dass man wieder 100 Jahre zurückversetzt ist. Man denkt, das Fahrverhalten ist gleich, dass ist es aber nicht. Der Diesel fährt dann wie Kaugummi. Gerade beim Tritt aufs Gaspedal ist alles sehr zäh. Die Fahrqualität bei E-Bussen ist einfach eine ganz andere."

Zudem ist lediglich das Summen der Elektroantriebe zu hören. Das Anfahren und Bremsen ist absolut ruckelfrei und dadurch auch deutlich fahrgastfreundlicher. Die Busse überzeugen auch in anderen Fahrqualitäten. Weil sie mit zwei Achsen angetrieben sind, kommen sie auch bei Schnee- und Eisglätte gut voran.

Laut Aussage der DVB zeigen sich auch die Fahrgäste begeistert. Vor allem die leisen Geräusche werden in Wohngebieten, wie in Leubnitz-Neuostra, immer wieder positiv betont. Zudem sorgt der Umweltbewusste Aspekt beim Mitfahren bei vielen Fahrgästen für ein gutes Gewissen.

Komplett ohne Diesel geht es nicht

Wenn es kalt wird, muss allerdings Diesel zusätzlich verwendet werden, erklärt Rico Seipel. Da im Winter geheizt wird, reiche die Batterie sonst nicht aus. 

Dennoch sei die Energieersparnis enorm. Ein Elektrobus benötigt weniger als die Hälfte der Energie als ein Dieselbus. Dabei kommt die Energie aus regenerativen Quellen. Die DVB beschafft seit 2019 für allen Strom, den sie verbrauchen, nur Ökostrom.