• Hortkinder der 6. Grundschule wurden bedroht. (Foto: T. Plunert)

    Hortkinder der 6. Grundschule wurden bedroht. (Foto: T. Plunert)

Mann nimmt 7-jähriges Mädchen an Zwinglistraße als Geisel

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Ein Mann hat am Mittwochvormittag an der Haltestelle Zwinglistraße in Dresden ein 7-jähriges Mädchen aus einer Hortgruppe in den Schwitzkasten genommen und ihr ein Messer an den Hals gehalten. Die Erzieher versuchten das Mädchen zu befreien, der Mann ließ daraufhin von dem Kind ab.

Spezialkräfte der Polizei rückten kurz nach 09:00 Uhr an und überwältigten den 50-jährigen Deutschen in der näheren Umgebung. Sein Motiv ist nicht bekannt, er wurde in die Psychiatrie gebracht.

Insgesamt acht Kinder erlitten einen Schock, sie sind von Rettungskräften betreut worden. Nach unseren Informationen handelte es sich um eine Hortgruppe aus der 6. Grundschule an der Fetscherstraße, die Kinder waren auf dem Weg zu einem Ausflug.

Update 16:15 Uhr: Am Nachmittag äußerte sich auch die Hortleiterin der 6. Grundschule auf der Website der Einrichtung. Sie dankte den Erziehern, allen Einsatzkräften und couragierten Helfern: "Mein Dank gilt allen Erziehern für ihr professionelles und besonnenes Handeln. Ein weiteres Dankeschön an den Eigenbetrieb Kita, die Polizei, Feuerwehr, der DVB, dem Kriseninterventionsteam, einem Fahrer der Stadtreinigung und den Menschen mit Zivilcourage, die den Kindern in dieser Situation geholfen und beigestanden haben."



Die Pressemeldung der Dresdner Polizei:

Mann bedrohte Kind mit Messer

- Tatverdächtiger von Dresdner Polizei festgenommen -


Zeit:     10.07.2019 gegen 09.00 Uhr
Ort:      Dresden-Gruna

Dresdner Polizeibeamte haben heute Vormittag einen 50-jährigen Deutschen festgenommen, der zuvor eine Kindergruppe bedrängt und ein siebenjähriges Mädchen mit einem Messer bedroht hatte.

27 Hortkinder einer Dresdner Grundschule hielten sich mit fünf Betreuern an der Haltstelle an der Zwinglistraße auf. Zu diesem Zeitpunkt näherte sich der 50-Jährige, nahm eines der Kinder in den Schwitzkasten und bedrohte es mit einem Messer.

Als die Betreuer eingriffen, flüchtete der Mann. Alarmierte Polizeibeamte stellten den Tatverdächtigen kurz darauf im Bereich der Papstdorfer Straße. Gemeinsam mit den Betreuern konnte der Mann überwältigt werden. Der 50-Jährige kam zunächst in Polizeigewahrsam und befindet sich nunmehr in medizinischer Betreuung.

Das Mädchen und weitere sieben Hortkinder erlitten einen Schock und wurden ambulant versorgt. Die Polizei veranlasste eine Betreuung der Kinder sowie deren Eltern durch das Kriseninterventionsteam.

Nach bisherigen Ermittlungen hatte der 50-Jährige das Messer kurz vor der Tat in einer Bäckerei an der Zwinglistraße gestohlen. Die Kriminalpolizei ermittelt gegen den Mann wegen Körperverletzung, Bedrohung sowie Diebstahls.

Gleichzeitig nahm der Fachdienst Prävention der Dresdner Polizei Kontakt mit der betroffenen Schule auf. Vor dem Hintergrund des Geschehens haben die Beamten eine Präventionsveranstaltung für die Kinder angeboten.


Auch die Dresdner Stadtverwaltung äußerte sich am Nachmittag in einer Pressemitteilung:

Heute, Mittwoch, 10. Juli 2019 kam es in den Vormittagsstunden zu einem Vorfall - siehe Polizeimeldung - mit einer Kindergruppe des Hortes einer Dresdner Grundschule. Die Hortgruppe war zu diesem Zeitpunkt im Rahmen der Ferienbetreuung mit fünf Betreuern auf dem Weg zu einem Kletterpark.

Der betroffene Hort wird vom Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden betrieben. Dessen Betriebsleiterin Sabine Bibas bedankt sich bei den Betreuerinnen und Betreuern für ihr beherztes Eingreifen und die zugewandte Betreuung der Kinder. Bibas weiter: „Der Vorfall macht uns alle sehr betroffen. Er zeigt aber auch, wie professionell die Krisenintervention im Nachgang funktioniert hat. Ich danke allen Einsatzkräften des Kriseninterventionsteams, der Feuerwehr, der Polizei und der DVB, die die Kinder, Eltern und Mitarbeiter unterstützt und geholfen haben.“

Nach dem Vorfall haben die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) einen Bus zur Verfügung gestellt und die Kinder zur Einrichtung zurückgefahren. Im Hort wurden die Kinder anschließend vom Kriseninterventionsdienst der Landeshauptstadt Dresden bis zur Abholung von den Eltern begleitet. Das Erlebte wurde gemeinsam besprochen. Den Eltern sind Hinweise und weitere Beratung angeboten worden. Am Donnerstag, 11. Juli, wird der Fachdienst Prävention der Dresdner Polizei in den Hort kommen, um mit den Kindern über das Verhalten in Gefahrensituation zu sprechen. Mit den pädagogischen Fachkräften werden in gleicher Weise Gespräche im Rahmen der Personalfürsorge geführt.