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Mädchen im Bus zwischen Coswig und Neusörnewitz belästigt

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Die Dresdner Polizei geht aktuell Hinweisen zu Belästigungen von Kindern in der Buslinie 402 zwischen Coswig und Neusörnewitz nach. In der Facebookgruppe von Weinböhla war über einen Vorfall vom Montag berichtet worden. Ein Asylbewerber soll kleine Mädchen gefilmt und ihnen über den Kopf gestreichelt haben. Es habe mehrere Vorfälle in den vergangenen Wochen gegeben, meist gegen 15:30 Uhr, berichtete Susi F. Als die Mädchen sich umsetzten, folgte er ihnen, so der Bericht. Er stieg demnach immer in Neusörnewitz an der Elbgaustraße aus. Polizei geht Meldungen nach und warnt vor SelbstjustizDie Polizei bestätigte auf unsere Anfrage, dass zwei Mütter die Vorfälle der Polizei gemeldet haben. Die Polizei ermittelt wegen verdächtigem Ansprechen von Kindern. Man sei im Kontakt mit Ausländerbehörde und Verkehrsgesellschaft Meißen. "Wir sind an dem Fall dran", sagte Sprecher Marko Laske. "Wir kümmern uns, lassen Sie uns unsere Arbeit machen", sagte Laske im Hinblick auf Aufrufe zur Selbstjustiz. "Das ist ein absolutes No-Go, Ermittlungen werden von der Polizei geführt." Hintergrund: Bei Facebook wurde angedeutet, dass man die Sache ansonsten selbst in die Hand nehme. Facebook-Nutzerin Susi F. betonte später unter ihrem Ursprungsposting, dass von Selbstjustiz abgeraten werde. In internen und nichtöffentlichen Facebookgruppen in der Region werden allerdings härtere Töne angeschlagen, deswegen hatte sich die Polizei auch so klar zum Thema Selbstjustiz geäußert.Flüchtlingsinitiative Coswig klärt Hintergründe aufDie Flüchtlingsinitiative Coswig hat sich am Mittwochabend bei uns gemeldet und konnte nähere Details zu dem Fall schildern. Bei dem Betroffen handelt es sich um einen Flüchtling, der aus Klipphausen nach Neusörnewitz verlegt wurde. Der Flüchtling sei taubstumm, teilte Sven Böttger von der Flüchtlingsinitiative mit.Der junge Mann fahre täglich zur Schule nach Leipzig: "Wir wollen nichts schön reden. Man muss ihm sagen, dass es so nicht geht. Die Kinder brauchen ihr Sicherheitsgefühl. Es gehört sich nicht, den Mädchen über den Kopf zu streichen." Er wolle den Fall aber gerade rücken. Bereits heute habe ein Beamter den jungen Mann mit aufs Revier genommen. Mit Hilfe eines Gebärdendolmetscher solle ihm das Problem erklärt werden."Aktualisierung 26.10: Am Donnerstagmittag hat die Dresdner Polizei weitere Einzelheiten veröffentlicht. "Gestern Nachmittag stellten Kriminalbeamte in einem Bus der besagten Linie einen 36-Jährigen fest, auf den die Beschreibung passte. Der aus dem Irak stammende Mann ist offenbar taubstumm. Nach einer ersten Einschätzung könnte das ungewöhnliche Verhalten auf sein Handicap zurückzuführen sein. Die Polizisten nahmen den Mann beiseite und machten ihm deutlich, dass sein Handeln nicht akzeptabel ist. Die Polizei ermittelt weiter zur Klärung des Sachverhaltes."(Redaktioneller Hinweis: Der Artikel wurde um neue Informationen der Flüchtlingsinitiative Coswig und der Facebook-Nutzerin Susi F. ergänzt. Am Donnerstag wurden die neuen Erkenntnisse der Polizei angefügt.)