Machbarkeitsstudie: Dresdner Fernsehturm wieder öffnen?
Für die Sanierung des Dresdner Fernsehturms liegt nun eine Machbarkeitsstudie vor. Wie die Bild-Zeitung am Donnerstag berichtete (kostenpflichtig), gibt es vier denkbare Sanierungs- und Ausbauvarianten. Die Stadt Dresden bestätigte diese Informationen auf unsere Nachfrage am Nachmittag dann weitgehend:Auf der Grundlage eines Exposés des Fernsehturmvereins wurden vier Szenarien durch den Gutachter geprüft:Variante 1a: (Gastronomie oben): Revitalisierung Turm + Empfangsbereich + Turmcafé + neue Zufahrt/Zuwegung und Parkplatz Variante 1b: (Gastronomie unten): Revitalisierung Turm + Empfangsbereich + Gastronomiebereich am Turmfuß + Besucherplattform offen und geschlossen + neue Zufahrt/Zuwegung und Parkplatz Variante 2: Revitalisierung Turm + Empfangsbereich + Gastronomie mit neuer Zufahrt/Zuwegung mit Parkplatz für PKW + BUS, sowie Kurzbewertung der zusätzlichen Erschließung über eine Seilbahn Variante 3: Revitalisierung Turm + Empfangsbereich + Gastronomie, sowie Televersum mit einer neuen Zufahrt/Zuwegung mit Parkplatz für PKW + Bus, sowie Interaktives Museum, Max Kino und Lasershow, Planetarium, Gaststätte, Erlebnisbereich/Erlebnisgarten und Seilbahn.Bei der günstigsten Variante, bei der nur der Brandschutz erneuert und das Café im Turm eingerichtet wird, werden die Kosten auf 16 Millionen Euro geschätzt. Bei der nächsten Variante könnte ein Café am Fuß des Turmes in Wachwitz gebaut werden.Bei der nächsten Variante soll eine Seilbahn von Tolkewitz zum Fuß des Turmes gebaut werden. Dagegen sprechen laut Bericht allerdings Natur- und Landschaftsschutz, hieß es. Kosten für diese Variante: 30 Millionen Euro. Bei der teuersten Variante mit einer Wissenschaftsausstellung "Televersum" werden 61,5 Millionen Euro fällig. Gutachter kann keine Variante empfehlenUrteil der Gutachter laut Bild: keine der Varianten könne uneingeschränkt empfohlen werden. Zudem sei ein wirtschaftlicher Betrieb des Fernsehturms aus Sicht des Gutachters für ein privates Unternehmen nicht möglich. Wie die Stadt auf unsere Anfrage mitteilte, stellt die Machbarkeitsstudie "die tatsächlichen, rechtlichen und teilweise auch wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Revitalisierung des Fernsehturms Dresden dar. Gegenstand der Machbarkeitsstudie war es nicht, ein konkretes Finanzierungs- bzw. Betreiberkonzept zu erarbeiten."Spekulationen, laut denen die DVB das Café betreiben könnten, erteilte ein Sprecher der Verkehrsbetriebe eine Absage. "Wir sind für die Mobilität der Dresdner verantwortlich. Uns hat weder jemand gefragt oder beauftragt", teilte DVB-Sprecher Falk Lösch mit. Der Dresdner Fernsehturmverein, der sich seit Jahren für die Wiedereröffnung einsetzt, zeigte sich überrascht. Dem Verein liegt die Studie bislang nicht vor. Wie die Stadt mitteilte, sei die Machbarkeitsstudie von den Auftraggebern noch nicht abgenommen. Die Ergebnisse werden nach Abnahme des Machbarkeitsstudie und in Abstimmung zwischen den Auftraggebern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt, hieß es. Der Termin steht noch nicht fest.FDP plädiert für WiedereröffnungWie FDP-Fraktionschef Holger Zastrow am Donnerstag mitteilte, zeige die Studie klar, dass der Fernsehturm eine Zukunft hat und eine zeitnahe Sanierung und Wiedereröffnung zumindest in der einfachen Variante realistisch ist. "Wir gehen davon aus, dass sich Dresden nach der Eröffnung des Kraftwerks Mitte und des Kulturpalastes jetzt mit aller Kraft dem Fernsehturm widmet. Der Fernsehturm hat für viele Dresdner und Sachsen eine ähnliche Bedeutung wie die realisierten Kulturgroßprojekte. Seine Schließung nach der Wende ist vielleicht eine der letzten tiefen Wunden im Stadtleben, die jetzt geschlossen werden muss. Mit einer Konzentration auf das Machbare sollte es möglich sein, den Fernsehturm in absehbarer Zeit für die Öffentlichkeit zurückzugewinnen", sagte Zastrow.