Licht und Schatten bei Dynamo-Mitgliederversammlung
Dynamo Dresden hat das Geschäftsjahr 2011/12 mit einem Gewinn von 634.000 Euro abgeschlossen. Diese Zahlen präsentierte der Geschäftsführer des Vereins, Christian Müller bei der Mitgliederversammlung in der Margon-Arena. Der Umsatz im letzten Geschäftsjahr betrug knapp 20 Millionen Euro. Der Gesamtaufwand belief sich auf knapp 18 Millionen Euro. Dynamo hat damit im zweiten Jahr in Folge einen Überschuss erzielt. Dennoch bleibt die finanzielle Situation kritisch für die SGD. Vor allem durch die Altlasten aus dem offenen Kölmel-Darlehen bleibt der Klub mit 5,5 Millionen Euro bilanziell überschuldet. Christian Müller kündigte an, dass es Gespräche über eine neue Heimat des Vereins (u. a. Geschäftsstelle) gibt. Als weitere Projekte für die nächsten Monate nannte er unter anderem die Verbesserung der Fanarbeit und den Relaunch der Vereins-Homepage. 560 Mitglieder waren bei der rund siebenstündigen Sitzung anwesend. Dabei wurde unter anderem über das nicht wahrgenommene Aufstiegsrecht der 2. Mannschaft diskutiert. Dabei war nach Angeben der Vereinsführung die nicht vorhandene Spielstätte der Hauptgrund für den Verzicht auf den Aufstieg. Die Suche nach einem zweiten Vereins-Geschäftsführer soll zeitnah abgeschlossen werden. Man befinde sich nach den Worten von Aufsichtsratschef Thomas Bohn unmittelbar vor einem Vertragsabschluss und hoffe, bis zum Jahresende den zweiten Geschäftsführer neben Christian Müller präsentieren zu können. Bohn entschuldigte sich öffentlich bei Ex-Geschäftsführer Ralf Minge, dem am Jahresende 2011 ein Mahnbescheid des Vereins zugesandt worden waren. Zu Beginn der Versammlung nahm Präsident Andreas Ritter zunächst zum 2:1-Sieg am Abend gegen den FSV Frankfurt und zur Trainerfrage Stellung. „Ralf Loose hat fast zwei Jahre gute Arbeit geleistet. In der ersten sportlichen Krise unter seiner Regie war es wichtig, nicht hysterisch zu reagieren.“ Er nannte den Umgang des Aufsichtsrates mit der Trainerfrage „besonnen“. Die etwaige Vorstellung eines neuen Trainers auf der Mitgliederversammlung bezeichnete Ritter als „Zeitungsente“.Die Geschäftsführung für die vergangene Saison wurde entlastet. Dagegen wurden die Geschäftsführungen für die Jahre 2006/2007, 2007/2008, 2008/2009 und 2009/2010 nicht entlastet. Im zweiten Teil der Versammlung wurde über rund 20 Satzungsänderungsanträge abgestimmt. Brisant: der Antrag, dass Funktionsträger anders als bisher auch dann wiedergewählt werden können, wenn noch keine Entlastung ihrer Arbeit gewährt worden ist, bekam nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Damit können die Mitglieder des aktuellen Aufsichtsrates im nächsten Jahr nach aktuellem Stand der Dinge nicht wiedergewählt werden. Für diesen Fall hatten Aufsichtsratschef Thomas Bohn und andere Aufsichtsratsmitglieder zuletzt ihren Rücktritt angedroht. Der Ausweg für die verfahrene Situation könnte jetzt eine Außerordentliche Mitgliederversammlung sein. Dort könnte durch eine Entlastung des Aufsichtsrates eine Wiederwahl des Kontrollgremiums ermöglicht werden.