Durchbruch im Kohlbergtunnel: Ortsumgehung für Pirna
Beim Bau der Südumfahrung Pirna ist Licht am Ende des Tunnels. Am Donnerstag wurden die letzten Meter im Kohlberg-Tunnel abgegraben, am frühen Nachmittag erfolgte dann der offizielle Durchbruch.
Insgesamt 50.000 Kubikmeter Gestein haben die Bergleute in der 300 Meter langen Röhre abgebrochen. Der Tunnel durch den Kohlberg ist Bestandteil der neuen Ortsumgehung, die Pirna künftig vom Durchgangsverkehr entlasten soll. Auf einen Termin für die Vollendung des Vorhabens wollte sich die Planungsgesellschaft Deges am Donnerstag nicht festlegen. Ursprünglich war das für Ende 2023 vorgesehen. Allerdings kam es bereits zu Verzögerungen.
Das Vorhaben umfasst unter anderem vier große Bauwerke, darunter die Talbrücke über das Gottleubatal mit einer Weite von 916 Meter, den Kohlbergtunnel und zwei weitere Brücken. Die 3,8 Kilometer lange Neubautrasse verbindet den Autobahnzubringer B 172a mit der bestehenden B 172 in Pirna-Sonnenstein. Auf der alten Strecke stehen Verkehrsteilnehmer häufig im Stau.
„Der starke Durchgangsverkehr im dicht besiedelten Elbtal und der bergige, kurvige Straßenverlauf zwischen Stadtzentrum und Sonnenstein machen Pirna besonders anfällig für Staus – und das schon seit Jahrzehnten“, erklärte Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD). Mit dem Tunneldurchschlag rücke die so dringend benötigte Entlastung näher: „Die Ortsumgehung wird den Berufs- und Ausflugsverkehr weiträumig am Stadtzentrum vorbeiführen und damit die Lebensqualität der Pirnaer spürbar weiter erhöhen.“
Der Tunnelbau ist notwendig, um den sensiblen Lebensraum der mit wertvollem Mischwald bewaldeten Kuppe des Kohlbergs in seiner Ursprungsform zu erhalten und Flora und Fauna zu schützen. Nach der geplanten Fertigstellung wird der Verkehr auf drei Fahrstreifen durch den Kohlbergtunnel rollen: zwei Fahrstreifen bergauf in Fahrtrichtung Sonnenstein, ein Fahrstreifen bergab in Fahrtrichtung Autobahnzubringer A17.