Lebenslange Haft für Mordkomplott in Großenhain
Im Prozess um das Mordkomplott von Großenhain sind am Landgericht die Urteile gefallen. Zwei Frauen und zwei Männer aus Großenhain wurden am Mittwoch wegen Mordes zu jeweils lebenslanger Haft verurteilt. Die Schwurgerichtskammer sah es als erwiesen an, dass eine 33-Jährige im Sommer 2020 ihren damaligen Freund und ein bekanntes Pärchen zum Mordanschlag auf ihren Noch-Ehemann anstiftete und ausführte.
Für sie wiege die Schuld besonders schwer, sagte der Vorsitzende Richter Herbert Pröls. Laut Anklage haben die Deutschen den Ehemann von Stefanie W. am 13. Juni 2020 entführt und in Tötungsabsicht grausam und über Tage in einem einsamen Waldstück gequält.
Dabei sollen die beiden Männer auf den 38-Jährigen eingetreten, eingeschlagen und ihn dann schwerverletzt haben liegen lassen. In der Nacht und den beiden darauffolgenden Tagen kehrten sie und Stefanie W. dann mehrfach zurück und quälten den Mann weiter - warfen unter anderem kiloschwere Steine auf den Wehrlosen. Laut Rechtsmedizin erlitt er ein Polytrauma aufgrund der vielen Brüche und starb qualvoll nach ein bis zwei Tagen im Wald.
Am 19. Juni hatten Stefanie W. und ihre Schwiegermutter den 38-Jährigen als vermisst gemeldet - am Abend dann war dessen Leiche gefunden worden. Bei der Vernehmung der Beteiligten hatte der 30-Jährige, der sich zur Tatzeit als Stefanie W.'s neuer Partner und Beschützer wähnte, den Anschlag gebeichtet. Er hatte auch in dem seit Mai 2020 laufenden Prozess augesagt und vor Gericht erfahren, dass Stefanie W. da längst mit einem anderen Mann verlobt und bereits schwanger war.
Tatmotive waren ein Sorgerechtsstreit und Habgier. Es ging um 17.000 Euro aus der Sterbegeldversicherung des getrenntlebenden Mannes.
