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Lebenslänglich für Susanna-Mörder

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Sie wollte nach dem Abitur ins Ausland, er mittels Heirat in Deutsch­land bleiben: Die ungleiche Bezie­hung wurde einer 18-jährigen Gymna­si­astin zum Verhängnis - sie wurde ermordet. Ihren damalige Freund verur­teilte das Landge­richt Dresden nun wegen Mordes zu lebens­langer Haft. Die Straf­kammer sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der Mann seine Freundin am 15. Dezember 2009 brutal geschlagen und erdros­selt hat. Grund war vermut­lich ihre Trennungs­ab­sicht. „Sie war arg- und wehrlos, weshalb wir Heimtücke feststellen“, sagte die Vorsit­zende Richterin Birgit Wiegand. Damit folgten die Richter dem Antrag von Staats­an­walt­schaft und Neben­klage, Susannas Eltern. „Die Familie ist erleich­tert, dass es nun vorbei ist“, sagte deren Rechts­an­walt Peter Manthey. Die Frage nach dem Warum aber bleibe, weil der Angeklagte geschwiegen habe. Die Vertei­di­gung hatte auf Totschlag im Affekt und sieben Jahre Haft plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechts­kräftig. Der 33-Jährige kann inner­halb einer Woche Revision einlegen. Das Gericht habe weder dessen Lebens­um­stände noch sein Motiv klären können, sagte Wiegand. Aus amtli­chen Unter­lagen gehe hervor, dass der aus Pakistan stammende Mann 2006 erstmals einen Asylan­trag stellte, dann jedoch verschwand. 2007 folgte ein zweiter Antrag, der jedoch abgelehnt wurde. 2008 bekam er mangels Pass eine Duldung, die 2009 verlän­gert wurde.Sein Ziel sei es gewesen, eine Frau zu heiraten oder ein Kind mit einer Frau zu bekommen, damit er in Deutsch­land bleiben kann. Bei der 17-jährigen Susanna habe seine Mitleids­ma­sche im Frühjahr 2009 gefruchtet. Susanna wollte vor ihrem Studium jedoch ein Jahr nach Austra­lien gehen. Die Straf­kammer nahm an, dass es wegen dieser Pläne oder einer beabsich­tigten Trennung am Morgen des 15. Dezember zum Streit kam und der Angeklagte Susanna mit Vorsatz tötete.