Lasershow statt Böller? Deutsche Umwelthilfe will Silvesterfeuerwerk verbieten
Silvester ohne Feuerwerk ist wie Weihnachten ohne Weihnachtsbaum. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will Dresden den Böllerspaß zum Jahreswechsel aber vermiesen. Sie hat auch für die sächsische Landeshauptstadt einen formalen Antrag auf Feuerwerksverbot gestellt. Begründet wird das unter anderem mit der überdurchschnittlichen Feinstaubbelastung. In Dresden liege das Jahresmittel für Feinstaub bei 23 Mikrogramm pro Kubikmeter und damit über dem Grenzwert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter. Auch für Leipzig, Görlitz, Chemnitz und Zwickau wurde ein entsprechender Antrag gestellt.
„Wir wünschen uns weiterhin freudige Feste zum Jahreswechsel – aber ohne verpestete Luft, brennende Häuser, verletzte Menschen und verängstigte Tiere durch archaische Schwarzpulver-Böllerei“, teilte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch mit. Mit einer Online-Petition wolle man Bürgern die Möglichkeit geben, Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) zu einer Gesetzesänderung und die betroffenen Städte zu innerstädtischen Böllerverboten wie in Berlin, Landshut oder München zu bewegen. Die DHU empfiehlt als Alternative Lasershows.
Obwohl auch das Umweltbundesamt schon seit Jahren vor den negativen Folgen der Silvester-Böllerei warne und viele andere Staaten in den Innenstädten die Böllerei verbieten oder stark reglementieren würden, herrsche in vielen deutschen Städten jedes Jahr zum Jahreswechsel ein regelrechter Ausnahmezustand, hieß es: „Am Neujahrstag zeigen sich die Innenstädte als verwüstete und mit Böllermüll verdreckte Umwelt.“ Die DUH kritisierte, dass der Bund weiterhin untätig bleibt.
Die Stadtverwaltung reagierte gelassen auf unsere Nachfrage: „ Wenn der Antrag der Deutschen Umwelthilfe bei uns eingeht, werden wir uns
selbstverständlich damit befassen“ -hieß es auf dem Rathaus.
In Dresden sei seit Inkrafttreten einer neuen Verwaltungsvorschrift im Sommer 2018 die Zahl der kleinen und mittleren Feuerwerke zurückgegangen. So wurden von August vergangenen Jahres bis Juli dieses Jahres nur noch 28 kleine Feuerwerke gezählt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 77. Einen Rückgang registrierte die Stadt auch bei mittleren und großen Feuerwerken. „Die Vorschrift hat sich bewährt“, sagte Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel. Auslöser der Vorschrift waren Beschwerden von Bürgern über zu viele Feuerwerke.