Landrat will Steuerbefreiung für Brücken-Pendler
Egal ob beim Einkaufen oder dem täglichen Arbeitsweg - die gesperrte Elbbrücke in Bad Schandau ist immer wieder ein großes Hindernis für Anwohner in der Sächsischen Schweiz. Auch zwei Monate nach der Sperrung der Brücke am 6. November wird das Bauwerk weiter untersucht, die Materialproben noch bis Juni ausgewertet. Ob sie vorübergehend noch für leichten Verkehr genutzt werden kann, könne erst dann bekannt gegeben werden. Was feststeht: Auch eine Behelfsbrücke steht nicht vor Ende 2025!
Denn die Deutsch Bahn erklärte sich zwar bereit, ihre Eisenbahnbrücke in Bad Schandau auch mit einer provisorischen Abdeckung für den Autoverkehr freizugeben, doch bevor sie in die Planungen einsteigt, will sie vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr „die uneingeschränkte Verfügbarkeit der Straßenbrücke in Verlängerung der gesperrten Elbbrücke“ garantiert haben, so die Bahn in einer Pressemitteilung vor Weihnachten. Denn der vordere Teil der Elbbrücke ist derzeit noch befahrbar, weil nur so der Zugang zum Bahnhof, Bushaltestellen und später dann auch zur Umleitungsstrecke für Autos auf die Bahnbrücke gewährleistet ist. Allerdings hat auch dieser Brückenabschnitt Schäden, die derzeit noch untersucht werden.
Deshalb ist nur soviel klar: Bad Schandau muss sich auf ein weiteres Jahr mit schwierigen Verkehrsverhältnissen, Fährverkehr und ab Ostern auch wieder einem starken Touristenaufkommen einstellen.
Da Brückenreparatur und Neubau beim Freistaat liegen, versucht Landrat Michael Geisler (CDU) mit dem Bürgermeister von Bad Schandau, Thomas Kunack, wenigstens lokal für die direkt Betroffenen etwas Erleichterung zu schaffen.
„Ob es Pendler oder Unternehmen sind, die von der Brückensperrung betroffen sind, es sind auf jeden Fall tiefe Einschnitte in den Alltag der Menschen, die einen absolut negativen Einfluss auf Wirtschaft, Tourismus und Handwerk haben. Wir denken daran, ob es Ausgleichszahlung durch Bund und Land geben kann, die zu einer Entlastung der Menschen, aber auch der Firmen führen könnte. Hier kommen aus meiner Sicht verschiedene Dinge in Fragen wie Steuererleichterung für Pendler, aber auch für Handwerksbetriebe, Hoteliers, Betreiber von Pensionen oder sonstige kleine Betriebe.“ Auch ein „Steuererlass für verschiedene Steuerarten“ sei denkbar.
Die Pendler-Pauschale könnte schon bei einem Arbeitsweg von mehr als 20 km greifen, die sind bei der über 40 km langen Umleitungsstrecke von einem zum anderen Elbufer in Bad Schandau schnell erreicht. So können jährlich, je nach Verkehrsmittel, bis zu 4500 Euro von der Steuer abgesetzt werden.
Dazu führte der Landrat bereits Gespräche mit der Arbeitsagentur Pirna, die Möglichkeiten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer dazu prüft. „Auch der Arbeitgeberservice wird Bad Schandau etwas konkreter ins Auge fassen und im neuen Jahr Gesprächsangebote unterbreiten, um hier Beratungen durchzuführen“, so Geisler.