Labor im Lausitzer Granit "nicht kompatibel mit Atommüllendlager"

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Geht der Kelch vorüber? Wird die Lausitz bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager künftig keine Rolle mehr spielen? Nach der Entscheidung für ein Großforschungszentrum mit einem Untergundlabor zur Messung seismischer Wellen in einer Granitformation  im Dreieck Kamenz, Hoyerswerda, Bautzen könnten die Messen gelesen sein. Davon geht Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow aus. "Wenn der Gedanke des Endlagers nicht kompatibel ist mit der Schaffung mit dem Labor, dann ist das Thema abschließend auch besprochen."

Das Deutsche Zentrum für Astrophysik will in einem Granitstock in 250 Meter Tiefe forschen. Die seismischen Bedingungen seien hervorragend. Der Granit sei auf einer Länge von 20 Kilometern ungebrochen und absolut glatt, so der Gründungsdirektor des Deutschen Zentrums für Astrophysik, Professor Günther Hasinger. "Wenn wir das seismische Labor errichten, kann in dem Umfeld kein Atommüllendlager existieren." Das bedeute aber nicht, dass andere potentielle Standorte in der Lausitz und in Sachsen ausgeschlossen wären.

Das Konzept des Deutschen Zentrums für Astrophysik - DZA - basiert auf drei Säulen: Datenströme von Forschungsprojekten aus aller Welt sollen in einem Großrechenzentrum in Görlitz gebündelt werden.  Das Konzept beinhaltet weiterhin ein Technologiezentrum. Dort sollen neue Halbleitersensoren und Regelungstechniken für Observatorien entwickelt werden. Die Initiative, an der u.a. auch die Max-Planck-Gesellschaft und das Leibniz-Institut für Astrophysik beteiligt sind, will sich außerdem dafür einsetzen, dass die Oberlausitz Standort für das „Einstein-Teleskop“ wird.

Das DZA hatte am vergangenen Donnerstag den Zuschlag bekommen. Der Bund fördert das Projekt mit 1,1 Milliarden Euro.

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Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow

Günther Hasinger, Gründungsdirektor des Deutschen Zentrums für Astrophysik