Kupferstick Kabinett zeigt Narren Ausstellung

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Heute beginnt eine Ausstellung über Narren im Kupferstich Kabinett. Die Sonderausstellung „ANTIHELDEN. Narren auf Papier“ präsentiert eine Auswahl an 59 Narrendarstellungen vom 16. Jahrhundert bis heute. Die Bilder stammen aus den Beständen des Kupferstich-Kabinetts, der Schenkung Sammlung Hoffmann, des Archivs der Avantgarden und mehrerer Privatsammlungen.

Angeregt durch das Jahresthema der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) „Einsamkeit und Empathie“ richtet das Josef-Hegenbarth-Archiv seinen Blick auf die facettenreiche Figur des Narren.

Denkt man an Narren, so assoziiert man sie mit Fröhlichkeit, Lebenslust, Scherzen. Sie bringen ihr Publikum zum Lachen und bieten ihm eine unterhaltsame Ablenkung vom Alltag, indem sie für Kurzweil sorgen. Gleichzeitig sind Narren aber auch Randfiguren, einsame Wesen. Ihre Rolle als Erzähler fordert eine gewisse Distanz vom Geschehen und von der Gesellschaft allgemein. Gerade weil sie nicht aktiver Teil jener Gesellschaft sind, die im Zentrum ihrer Darstellungen steht, dürfen Narren gegenüber den direkt Involvierten – also ihrem Publikum – ihre verspottende Kritik äußern.

Darüber hinaus zeichnet Narren aber auch eine ausgeprägte Empathie aus, die sich auf ihre charakteristische Beobachtungsgabe stützt. Narren sind in der Lage, sich in alle möglichen Situationen hineinzuversetzen und diese glaubhaft, ja realistisch darzustellen. Narren erkennen die Absurditäten des Lebens und fordern ihr Publikum auf, darüber nachzudenken. Darum sind Held und Antiheld in der Figur des Narren vereint: mit heldenhafter Tugend enthüllt der Narr eine tiefe Wahrheit und bringt sie zum Vorschein. Dies tut er allerdings auf eine weniger heldenhafte Art und Weise, sprich: mit Spott und Humor.