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Kunstpreis Dresden für Schauspieler Christian Friedel

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Der Kunstpreis 2024 der Stadt Dresden geht an Christian Friedel. Der Schauspieler und Musiker wurde am Montagabend auf Schloss Albrechtsberg ausgezeichnet. Damit wird seine vielseitige und erfolgreiche Arbeit gewürdigt.

Der Preis ist mit 7.000 Euro dotiert. Verbände, Vereine, Kulturinstitutionen und viele Dresdner hatten dafür insgesamt 37 Vorschläge eingereicht, über die eine Jury abstimmte. Zwei Förderpreise wurden an die bildende Künstlerin Ina Weise und an das Dresdner Festival für Literatur vergeben.

Seit 1993 vergibt die Stadt jährlich den Kunstpreis und bis zu zwei Förderpreise, um herausragendes künstlerisches Schaffen und kulturelles Engagement zu würdigen. Der Kunstpreis steht für Anerkennung und Wertschätzung gegenüber beeindruckendem künstlerischen Wirken, das weit über die Stadtgrenzen hinausreicht. Er unterstreicht die Bedeutung und Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen, die das kulturelle Leben bereichern und inspirieren.

„Kunst und Kultur tragen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Sie sind Motor für gesellschaftlichen Wandel, indem sie aktuelle Themen aufgreifen und zum Diskurs anregen“, betonte Oberbürgermeister Dirk Hilbert in seiner Rede auf Schloss Albrechtsberg. Und: „Die hohe Zahl der eingereichten Vorschläge zeigt erneut die Vielfalt und Lebendigkeit des Dresdner Kunst- und Kulturlebens.“

 

Multitalent Christian Friedel

Christian Friedel, geboren 1979 in Magdeburg, studierte Schauspiel in München. Erste Theaterengagements führten ihn unter anderem an das Bayerische Staatsschauspiel München und an das Staatsschauspiel Dresden, dem er auch heute noch heute eng verbunden ist. In der Titelpartie von Schillers „Don Carlos“ war Friedel zum Berliner Theatertreffen 2011 eingeladen, die Inszenierung wurde zudem mit dem deutschen Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet.

Als Shakespeares „Hamlet“ spielt er seit 2012 vor ausverkauften Häusern und gastierte u. a. beim Shakespeare-Festival im historischen Schloss Kronborg in Helsingør. Seit 2016 spielt er auch am Düsseldorfer Schauspielhaus, wo er u. a. mit Robert Wilson in der international erfolgreichen Produktion „Der Sandmann“ und zuletzt für den von Publikum und Presse umjubelten Monologabend „Dorian“ zusammengearbeitet hat.

Darüber hinaus steht Christian Friedel regelmäßig vor der Kamera, u. a. in Michael Hanekes Spielfilm „Das weiße Band“, der 2009 bei den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme gewann und für den Oscar nominiert war. Für die Titelrolle in Oliver Hirschbiegels „Elser – Er hätte die Welt verändert“ erhielt Friedel den Metropolis-Preis 2015 und war sowohl für den Deutschen als auch für den Europäischen Filmpreis als Bester Schauspieler nominiert.

Friedel ist Ensemblemitglied in der vielbeachteten Fernsehserie „Babylon Berlin“. Mit Jonathan Glazer drehte er 2021/2022 den Spielfilm „The Zone of Interest“, der seine Weltpremiere 2023 im Wettbewerb bei den Filmfestspielen in Cannes gefeiert hat.

Neben der Schauspielerei ist Christian Friedel Leadsänger und Komponist der Artpop-Band „Woods of Birnam“. Bislang sind sechs Alben erschienen. Zudem komponierte die Band zahlreiche Theater- und Filmmusiken, u. a. für die Serie „Babylon Berlin“ oder für die Theaterinszenierungen von Shakespeares „Hamlet“ und „Macbeth“.