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Kunstaktion: Massengrab vor der Semperoper

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In Dresden soll eine weitere große Kunst­ak­tion für Diskus­sionen sorgen. Auf dem Theater­platz vor der Semper­oper sollen ab dem 10. Februar Gräber an ertrun­kene Flücht­linge im Mittel­meer erinnern. Dazu werden 90 Matten ausge­legt, auf die großfor­ma­tige Fotos von Gräbern gedruckt wurden. Damit solle der Eindruck eines Fried­hofes entstehen, teilte die Stadt­ver­wal­tung mit. Auf Tafeln wird die Geschichte von Flücht­lings­grä­bern auf Sizilien erzählt. Das Kunst­pro­jekt „Lampe­dusa 361“ führt diese über ganz Sizilien  verstreuten Gräber zusammen, um ein Bild von der Größe dieser Tragödie zu vermit­teln, hieß es. Auf ihrer Flucht über das Mittel­mehr ertranken im vergan­genen Jahr mehr als 5000 Menschen.Wie es von der Stadt­ver­wal­tung hieß, soll „Lampe­dusa 361“ "die große Leistung der italie­ni­schen Gesell­schaft dokumen­tieren, den Opfern einer der großen Tragö­dien in der Geschichte der Mensch­heit im Tod ein Stück Würde zurück­zu­geben." Das Kunst­pro­jekt ist eine Gemein­schafts­ver­an­stal­tung der Stadt Dresden und der Organi­sa­tion Friends of Dresden Deutsch­land e. V. Die Aktion wird vom 10. bis 14. Februar auf dem Theater­platz statt­finden.Kunst­werk auf dem Neumarkt erinnert an Krieg in SyrienAuch auf dem Neumarkt wird ab dem 7. Februar ein außergewöhnliches Kunstwerk aufgebaut. Ein deutsch-syrische Künstler wird drei Busse senkrecht vor der Frauenkirche aufbauen, damit soll ein Mahnmal für den Krieg in Syrien entstehen. Wegen des Projektes gab es bereits zahlreiche Anfeidungen auf rechten Facebookseiten.Ob durch die Kunst­ak­tionen Theater­platz und Neumarkt während der Ausstel­lungs­zeit für Versamm­lungen und Demons­tra­tionen zur Verfü­gung stehen, ist noch offen. Das Ordnungsamt teilte auf unsere Anfrage mit:"Versamm­lungen können immer dann auf einem gewünschten Platz statt­finden, wenn andere Nutzungen dem nicht entge­gen­stehen und wenn insbe­son­dere  die verblei­bende Restfläche für die angezeigte Demo ausrei­chend ist und es akustisch keine unzumut­baren Probleme gibt. Es ist also wie so oft im Einzel­fall  zu entscheiden, ob eine Demo parallel zu einer Veran­stal­tung/Sonder­nut­zung  statt­finden kann oder räumlich verlegt werden muss."Der Altmarkt ist derzeit durch den "Winter­zauber" belegt, Theater­platz und Neumarkt könnten damit als Plätze für Versamm­lungen rund um den 13. Februar ebenfalls wegfallen. Rund um den 13. Februar wird mit zahlrei­chen Demons­tra­tionen in Dresden gerechnet, auch zwei Aufzüge von Rechts­ex­tremen wurden angemeldet.

Audio:

Kultur­bür­ger­meis­terin Annekatrin Klepsch im Inter­view hören.