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Konsequenzen nach Aufstiegs-Krawallen gefordert

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Die schweren Krawalle am Rande des Aufstiegsspiels von Dynamo Dresden sorgen auch am Tag danach noch für Entsetzen. Die Polizei bezifferte in ihrem Einsatzbericht die Zahl der verletzten Beamten auf 185. Der überwiegende Anteil resultiere aus dem Bewurf mit Flaschen, Steinen und Pyrotechnik. 155 der betroffenen Beamten seien aber weiter dienstfähig; 30 Beamte könnten ihren Dienst derzeit nicht ausüben. Elf Polizisten mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Die Polizei war mit etwa 1100 Beamten im Einsatz.

Bei den Krawallen gab es auch Angriffe auf Journalisten. Dresdens Polizeipräsident Jörg Kubiessa sprach von „erschreckenden Szenen“. Bisher leitete seine Behörde 17 Ermittlungsverfahren unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ein. 30 Personen kamen in Gewahrsam.

Die Bilanz der Rettungskräfte offenbart das Ausmaß der schweren Ausschreitungen. Wie die Feuerwehr am Montag mitteilte, musste während des Einsatzes die Alarmierungsstufe MANV1 ausgerufen werden. Das Kürzel steht für „Massenanfall von Verletzten“. Insgesamt habe man 44 Menschen medizinisch versorgt und den Großteil von ihnen in umliegende Krankenhäuser bringen müssen. „Während des Einsatzgeschehens wurden die Einsatzkräfte insbesondere im Bereich des Straßburger Platzes von Randalierenden beleidigt und verbal bedroht“, hieß es. Neben zahlreichen Einsatzkräften mehrerer Feuer- und Rettungswachen der Berufsfeuerwehr seien unter anderem auch das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst und eine Leitende Notärztin im Einsatz gewesen.

„Die Gewaltausbrüche gegen Polizeibeamte und Medienschaffende nach dem gestrigen Fußballspiel haben den Aufstieg von Dynamo Dresden leider völlig ins Abseits gestellt. Friedliche Fankultur sieht anders aus“, sagte Innenminister Roland Wöller am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Die Polizei habe auf Deeskalation und Kommunikation gesetzt und sei dennoch immer wieder gezielt und massiv angegriffen worden. Wöller forderte wie später auch CDU-Innenpolitiker Rico Anton Stadionverbote für Gewalttäter.

Auch der Verein äußerte sich zu den Ausschreitungen vor dem Stadion: „Wir verurteilen das Schärfste, dafür steht nicht Verein Dynamo Dresden. Es gab eine kleine und gewaltbereite Gruppe, die die Situation für sich genutzt, dadurch kam es zur Eskalation.“, so Geschäftsführer Jürgen Wehlend.  Dynamo habe so Wehlend mit der Aufarbeitung der Ausschreitungen begonnen. In den nächsten Tagen stehen weitere Gespräche unter anderem mit der Stadt und der Polizei an.