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Kompressen für die Dresdner Frauenkirche

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Am barocken Choranbau der Dresdner Frauen­kirche rücken Spezia­listen in den kommenden Wochen erneut großflä­chigen weißen Salzfle­cken zu Leibe. Die "Ausblü­hungen" seien über Jahrzehnte durch Witte­rungs­ein­flüsse in Höhe des Haupt­ge­simses entstanden und schädigten den Stein langfristig, sagte der Leiter der Bauver­wal­tung der Stiftung Frauen­kirche, Thomas Gottschlich. Es gehe darum, die teils 290 Jahre alten Sandsteine zu erhalten, in denen eindrin­gende Flüssig­keit das dort enthal­tene Salz gelöst und auf etwa 70 Quadrat­me­tern an die Oberfläche gebracht habe. Die betrof­fene Fläche wird zunächst gerei­nigt und danach eine 1,5 Zenti­meter dicke Schicht Spezi­al­masse aus Zellstoff und Tonmi­ne­ra­lien aufge­bracht. Die Kompresse härtet zwei bis drei Wochen aus und soll im Stein enthal­tene Salz-Ionen aufnehmen. Bei Bedarf werden danach Schad­stellen ergänzt und Verfu­gungen repariert. Für die Repara­tur­ar­beiten wurde ein 28 Meter hohes Gerüst errichtet. Die Kirche ist für Besucher und Gäste weiterhin normal geöffnet.Die Stiftung stellt für die Arbeiten 85.000 Euro bereit. Mit einer notwen­digen Prüfung der Kuppel-Außen­haut muss sie 2017 zusätz­lich 100.000 Euro aufbringen, wie die kaufmän­ni­sche Geschäfts­füh­rerin Chris­tine von Kageneck sagte. Die im 18. Jahrhun­dert errich­tete Frauen­kirche wurde 1945 zerstört, ihre Ruine war zu DDR-Zeiten Mahnmal gegen den Krieg. 1994 bis 2005 wurde sie origi­nal­ge­treu unter Verwen­dung von Trümmer­steinen und mit Hilfe von Spenden aus aller Welt wieder­er­richtet. (mit dpa)