Kleine Schneeleoparden im Dresdner Zoo eingeschläfert
Die drei kleinen Schneeleoparden, die Juni im Dresner Zoo zur Welt kamen, sind eingeschläfert worden. Das teilte am Montag Zootierarzt Dimitri Widmer mit: "Schweren Herzens haben wir uns am Freitag entschieden, die drei zum damaligen Zeitpunkt erst 4 Wochen alten Jungtiere der Schneeleoparden einzuschläfern". Bereits etwa eine Woche zuvor war aufgefallen, dass die Jungtiere eine Erkrankung der Augen aufwiesen, ein sogenanntes Kolobom. Bei dieser Erkrankung fehlen Teile des Augenlids, so dass die empfindliche Hornhaut ungeschützt bleibt. Somit kommt es schnell zu Reizungen, Entzündungen und Infektionen des Auges, die letztlich zur Erblindung führen können. Der Leitung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für denSchneeleoparden sowie dem für diese Spezies zuständigen beratenden Tierarzt der EAZA (EuropeanAssociation of Zoos and Aquaria) wurden die Befunde übermittelt. Beide rieten daraufhin übereinstimmend zur genaueren Untersuchung und ggf. Euthanasie der Tiere. Am Freitag fand im Zoo Dresden eine weitere Untersuchung mit der Hilfe eines auf Augenheilkunde spezialisierten Tierarztes statt. Dabei wurden neben Liddefekten zusätzlich pathologische Veränderungen des Sehnervs gefunden, die zu einer Einschränkung der Sehfähigkeit führen und Folgeerkrankungen nach sich ziehen können. Zudem bestand bei einem Tier eine Keratopathie (degenerative Veränderung der Hornhaut). Bei der Erkrankung handelt es sich um weltweit bei Schneeleoparden auftretende, angeborene und möglicherweise genetisch bedingte Veränderungen, deren Ursache nicht abschließend geklärt ist. "Die Tierkörper werden nun am Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin eingehend pathologisch untersucht, um einer Aufklärung der Krankheit möglicherweise einen Schritt näherzukommen", so Dimitri Widmer. Somit können zukünftige Würfe hoffentlich von neuen Erkenntnissen profitieren. Über eine weitere Zucht mit dem Dresdner Schneeleopardenpärchen „Istari“ und „Askin“ wird intensiv beraten werden müssen, wobei den Empfehlungen des EEPs eine zentrale Bedeutung zukommt. Die Mitarbeiter des Zoo Dresden sind verständlicherweise sehr traurig über diese unerwartete Entwicklung, hieß es in einer Mittelung des Dresdner Zoos.