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Kita-Streik in Dresden und Freital

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Morgen (am Dienstag 10. April) sollen auch einige Kitas in Dresden und Freital bestreikt werden. Das teilte die Gewerkschaft dbb am Montagvormitag mit. Demnach sind die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen zum Warnstreik aufgerufen. Explizit gehe es auch um Erzieherinnen in Dresden und Freital. Vor dem Dresdner Rathaus soll es am Dienstagmittag ab 11:00 Uhr eine zweistündige Mahnwache geben. Das Ausmaß des Streiks wird vermutlich kleiner sein. Die Stadt Dresden geht nicht davon aus, dass Kitas geschlossen bleiben müssen.

Verdi beteiligt sich an dieser Streikaktion noch nicht

Die Gewerkschaft Verdi und auch die Gewerkschaft GEW haben ihre Mitglieder in Dresden derzeit noch nicht zum Streik aufgerufen, bei Verdi könnte gegen Ende der Woche zum Streik aufgerufen werden. Dazu werde man sich am Dienstag beraten, teilte der Streikkoordinator Frank Fischer mit. Die Streikaktion von dbb ist unabhängig von den Streiks von Verdi und GEW.

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst sechs Prozent mehr Lohn, bzw. ein Plus von mindestens 200 Euro. Für die Stadt Dresden würde eine Erhöhung der Gehälter von sechs Prozent jährlich mit 25 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Verdi-Demo am Freitag

Nach unseren Informationen hat die Gewerkschaft ver.di für Freitag eine Demonstration angemeldet. Unter dem Motto "Wir sind es Wert" sollen bis zu 1000 Menschen durch die Altstadt ziehen. Beim Dresdner Ordnungsamt wurde nach unseren Informationen ein Aufzug mit Kundgebung angemeldet.

Die Mitteilung dbb Beamtenbund

"Vor der 3. Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen, die am 15. April 2018 in Potsdam beginnt, erhöhen die Beschäftigten den Druck auf die Arbeitgeber. Am Dienstag, 10. April 2018, sind die Arbeitnehmer in ganz Sachsen zu Warnstreiks aufgerufen, darunter auch die Beschäftigten im Kommunal- und Bundesdienst im Geltungsbereich des TVöD in Dresden und Freital. Dies betrifft insbesondere auch die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst, im Ei-genbetrieb Kindertageseinrichtungen Dresden und in den kommunalen Kinder-tageseinrichtungen Freital.

Vom Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen (TVöD) sind insgesamt etwa 2,6 Millionen Beschäftigte betroffen: 2,3 Millionen Arbeitnehmer des Bundes und der Kommunen, für die der TVöD direkte Auswirkungen hat, sowie 344.000 Bundesbeamte und Anwärter, auf die der Tarifabschluss übertragen werden soll. Die wirkungsgleiche Übertragung betrifft hier nur die Bundesbeamten, da die Kommunalbeamten nach den jeweiligen Landesgesetzen besoldet werden. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern ist am 15./16. April 2018 in Potsdam."

Stadt Dresden rechnet mit keinen Kita-Schließungen und kritisiert Kommunikation

Die Mitteilung der Stadtverwaltung Dresden zu der Streik-Ankündigung: "Der Sächsische Erzieherverband hat seine Mitglieder in Dresden und Freital mittels Flugblatt für Dienstag, 10. April 2018, zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Eine offizielle Information der Gewerkschaft über den Streikaufruf liegt der Landeshauptstadt Dresden seit heute, 9. April 2018, 13.30 Uhr, vor. Entgegen anderslautenden Informationen der Gewerkschaft auf dem Flugblatt wurde mit der Landeshauptstadt Dresden keine Notdienstvereinbarung geschlossen. Es ist deshalb möglich, dass der Betrieb in einzelnen kommunalen Kitas und Horten beeinträchtigt wird. Der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen geht allerdings davon aus, dass alle städtischen Kitas und Horte am 10. April geöffnet bleiben können. Die Betreuung der Kinder soll dadurch gesichert werden.

„Einen so schlecht kommunizierten Streik habe ich noch nicht erlebt. Das ist eine Zumutung für alle Beteiligten“, ärgert sich die Betriebsleiterin des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen, Sabine Bibas, über die unzureichenden und falschen Informationen des Verbandes an die Eltern. „Würde der Verband tatsächlich zahlreiche Beschäftigte für einen Streik mobilisieren können, hätten Eltern so kurzfristig keine Möglichkeit mehr, eine alternative Betreuung für ihre Kinder zu organisieren“, so Bibas weiter. Der Eigenbetrieb hat sich aus diesem Grund entschieden, seine Kitas und Horte ganz normal zu öffnen. Bei Bedarf würden sich die Einrichtungen gegenseitig mit Personal aushelfen.

Zum Abruf aktueller Informationen hat die Landeshauptstadt Dresden  auf der städtischen Internetpräsenz unter www.dresden.de/kitas-streik ein Informationsportal eingerichtet. Die Seite wurde bereits online gestellt. Zusätzlich wird der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen am Streiktag eine telefonische Service-Hotline schalten. Unter der Telefonnummer 0351-4885111 erhalten Eltern am 10. April ab 6 Uhr Auskunft, inwiefern  ihre Kita vom Streik betroffen sein wird.

Mehr Infos: http://www.dresden.de/kitas-streik

Auch Streiks an Flughäfen

Auch Flugreisende von Dresden aus müssen sich auf Probleme einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat Warnstreiks an den Flughäfen München, Frankfurt, Köln-Bonn und Bremen angekündigt.