Kellerduell im Rudolf-Harbig-Stadion

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Autor: dpa

Noch eine Pleite darf sich Dynamo-Trainer Cristian Fiel nicht erlauben, sonst kippt die Stimmung. «Ich bin hundertprozentig überzeugt davon, dass die Fans ein Gespür dafür haben, was hier gerade passiert», sagte Fiel vor dem Abstiegsduell gegen den SV Wehen Wiesbaden am Freitag (18.30) und fügte an: «Das ist ein spezielles Thema. Wenn du erfolgreich bist, dann tragen sie dich. Jetzt im Moment sind sie einfach enttäuscht. Trotzdem bin ich der Überzeugung, dass alle hier wissen, was auf dem Spiel steht.»

Der Druck ist enorm. Selbst ein Sieg würde in der Elbestadt nur ein Lebenszeichen bedeuten - Dynamo würde es nicht auf einen Nichtabstiegsplatz schaffen. Parallel wächst vor der Mitgliederversammlung am 16. November, wo auch Wahlen anstehen, der der Druck auf Sportgeschäftsführer Ralf Minge. Er hat seine Zukunft bei Fiels Amtsantritt im Februar eng mit dem «Trainerprojekt» verknüpft. Zuletzt hatte er eine Trainerdiskussion immer wieder abgeblockt. «Das war weder gestern, noch ist es heute oder morgen ein Thema», betonte der 59-Jährige. Auch der Aufsichtsrat als Kontrollgremium hält sich vor der Mitgliederversammlung zurück.

Und nun kommt nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie mit Wiesbaden ein Team ins Rudolf-Harbig-Stadion, das seit fünf Partien nicht mehr verloren hat. Die Hessen haben zudem ein Zähler mehr als Dynamo. Fiel weiß, was auf dem Spiel steht. «Ich liebe diesen Sport, das ist mein Verein, ich stehe in der Verantwortung und es läuft gerade nicht gut. Dennoch bin ich hundertprozentig davon überzeugt, dass wir gewinnen», sagte der 39-Jährige, der als ehemaliger Dynamo-Kapitän und Publikumsliebling bei vielen Anhängern und auch einflussreichen Fangruppen (noch) eine gewisse Rückendeckung genießt. «Natürlich macht man sich seine Gedanken», sagte Fiel und fügte an: «Ich habe nur im Kopf, was ich den Jungs sagen werde, das ist das, was ich beeinflussen kann.»

So sieht es auch Dynamo-Torhüter Kevin Broll. «Man muss immer reden, es nützt nichts, den stillen Fuchs zu spielen», sagte der Keeper. Er sieht das Miteinander noch gegeben. ««Die Mannschaft und das Trainerteam ist intakt. Wir sind auf jeden Fall gut eingestellt für Freitag. Dass das Umfeld hier es uns nicht einfach macht, ist klar, wir sind Profis, das müssen wir ausblenden.»

Nicht mit dabei sein werden Kevin Ehlers (Angina), Linus Wahlqvist (Muskelfaserriss in der Schulter), Tim Boss (Innenbanddehnung), Patrick Möschl (Probleme Sprunggelenk) und Sascha Horvath (Finger-Operation).