- Den richtigen Moment abgepasst: FDP-Fraktionschef Holger Zastrow wünscht sich, dass Fußgänger die Brücke komplett für sich haben. Sonst sind dort viele Bahnen unterwegs.
Keine Bahn oder Taxis: Augustusbrücke nur für Fußgänger?
Die Dresdner Augustusbrücke als reine Fußgängerzone, ganz ohne Bahn und Taxis: Für diese Idee macht sich die FDP-Fraktion im Stadtrat stark. Umgesetzt werden soll das zumindest immer zeitweise, sagte uns Fraktionschef Holger Zastrow. Zum Beispiel an stark besuchten Wochenenden wie im Advent oder Ostern sollte die Brücke gesperrt und nur für Fußgänger zugänglich gemacht werden.
Einzige Ausnahmen wären nach Willen der FDP Fahrräder, Kutschen und Rettungsfahrzeuge. Ein entsprechender Antrag wurde im Stadtrat eingebracht. Der Oberbürgermeister soll diesen nun bis Juni 2024 prüfen.
Dresden hatte vor vielen Jahren beschlossen, die Brücke autofrei zu machen. Das wurde zwar mit der Wiedereröffnung des Bauwerkes nach der Sanierung umgesetzt, aber Straßenbahnen und Taxis und dürfen dennoch fahren. Dabei war die Idee eigentlich gewesen, die Brücke attraktiver und kultureller zu gestalten, ganz nach dem Vorbild der berühmten Karlsbrücke in Prag. „Das ist natürlich ein schwieriger Vergleich“, so Holger Zastrow. Die tschechische Brücke habe baubedingt ganz andere Voraussetzungen, sei viel schmaler. „Aber man wollte mehr Verweilqualität auf der Augustusbrücke, man wollte sie fußgängerfreundlich gestalten, hier sollte es Straßenmusik und kulturelle Angebote geben. Das funktioniert nicht, solange Straßenbahnen fahren“.
Einfach sei das Vorhaben nicht, räumte Zastrow ein. Doch die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) hätten Erfahrungen für Umleitungen in dem Bereich, allein durch die baubedingte jahrelange Vollsperrung. Umleitungen gibt es zudem auch jährlich zum Stadtfest.
Die Hoffnung der FDP: Das bis zum Frühjahr eine Entscheidung getroffen wird und bis zum Juni 2024 ein Konzept steht. „Vielleicht können wir das in einem Jahr, zum Advent, mal ausprobieren.“
