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Juwelenraub in Dresden - politische Aufarbeitung fehlt

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Am Freitag beginnt der Prozess um den Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden. Während sich dann die mutmaßlichen Täter vor Gericht verantworten müssen, kommt die politische Aufarbeitung der Straftat nur schleppend voran.

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, Rico Gebhardt, pocht deshalb auf Aufklärung. Weder die Staatlichen Kunstsammlungen noch die Landesregierung hätten Verantwortung für die Sicherheitsmängel übernommen, die die Tat überhaupt erst möglich machten.

„Es ist gut, dass die Ermittlungen offensichtlich Erfolg hatten und sechs Tatverdächtigen nun der Prozess gemacht werden kann - wobei es wohl noch viele offenen Fragen zu möglichen Helferinnen und Helfern gibt“, erklärt Gebhardt.

Viele der Mängel wurden nur durch Anfragen von Gebhart bekannt, ansonsten hüllt man sich in Schweigen. Dabei ist mittlerweile offensichtlich, dass beim Schutz der Juwelen schwere Fehler gemacht wurden. „Heute wissen wir, dass das Sicherheitsglas der Vitrine zu schwach und dieser Umstand sogar öffentlich nachlesbar war - Aussehen war wichtiger als Abwehr“, kritisiert der Linken-Politiker.

„Wir wissen, dass die Außenhaut an der sensiblen Stelle schutzlos war. Die Täter konnten das historische Fenstergitter schon Tage vor der Tat durchtrennen, ohne dass das jemandem aufgefallen wäre. Es gab keine automatische Alarmierung der Polizei, die Sicherheitskameras entsprachen nicht den Erfordernissen. Es war den Tätern außerdem problemlos möglich, das Gebäude nach der Tat mit der Beute zu verlassen“, sagt Gebhardt.