Jusos kritisieren Veranstaltung an der TU Dresden
Ein geplanter kommerzielle Vortrag des Schweizer Publizisten Daniele Ganser an der TU Dresden sorgt für Kritik. Die Dresdner Jusos (Jugendorganisation der SPD) sprechen in einer Pressemitteilung von der Veranstaltung eines Verschwörungstheoretikers und fordern die TU Dresden zum Handeln auf. Die TU-Pressestelle teilte auf Anfrage unseres Senders mit, dass es sich um eine Fremdveranstaltung handelt.In der Pressemitteilung der Jusos heißt es:Am Dienstag, dem 01.11., findet ab 19:30 Uhr im Audimax der TU Dresden ein Vortrag unter dem Titel „ Illegale Kriege – Wie die NATO-Länder die UNO zerstören“ statt. Referent der Veranstaltung ist Dr. Daniele Ganser vom „Schweizer Institut für Friedensforschung und Energie“. (...)Stefan Engel, Vorsitzender der Jusos Dresden, erklärt dazu:"Diese Veranstaltung würde die lange Liste an Peinlichkeiten, durch die Dresden gerade weltweite Bekanntheit erlangt, gut vervollständigen. Es ist mir unbegreiflich, wie einem solchen unwissenschaftlichen Mumpitz an der TU eine Bühne gegeben werden kann. Die Universitätsverwaltung sollte alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Herrn Ganser wieder auszuladen. Wenn die TU eine Exzellenzuniversität mit hohem wissenschaftlichen Anspruch sein will, darf sie kruden Verschwörungstheorien in ihren Räumlichkeiten keine Plattform bieten."Die TU-Pressestelle entgegnete auf unsere Anfrage, es handle sich um eine Fremdveranstaltung, die die Räume nutzt – zu den üblichen Kostenbedingungen für rein Externe: "Als TU Dresden haben wir weder die juristische Befugnis noch die praktische Möglichkeit, Mieter unserer Räume auf Gesinnung zu überprüfen. Die TU Dresden als Bereitsteller der Räume müsste nur dann tätig werden, wenn offen verfassungsfeindliche Aktivitäten oder Aktivitäten von verbotenen Institutionen stattfinden würden, was hier nicht der Fall ist."Auf die Frage nach einem möglichen Imageschaden, teilte die TU mit: "Nicht nur die Universität als Ort des geistigen Austausches und der Diskussion, sondern die gesamte Gesellschaft muss damit leben können, dass öffentlich oder semiöffentlich Meinungen kundgetan werden, die nicht den eigenen Überzeugungen entsprechen. Voraussetzung ist natürlich, dass verfassungsfeindliche Aktivitäten oder Aktivitäten von verbotenen Institutionen nicht akzeptiert werden."