Insolvenzplan scheitert: Was wird aus dem Lingnerschloss?
Der „Förderverein Lingnerschloss e.V.“ muss den Betrieb des Lingnerschlosses mit sofortiger Wirkung einstellen. Alle Bemühungen, die Finanzierung des Vereins auf eine neue Grundlage zu stellen, sind ergebnislos verlaufen. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens kann der Förderverein seinen Vereinsbetrieb deshalb nicht fortführen. Es ist geplant, die bis Ende März vereinbarten Veranstaltungstermine noch durch eine Notbesetzung zu gewährleisten.
„Durch die erheblichen und andauernden Einnahmeverluste seit der Corona-Pandemie ist es dem Förderverein nicht mehr gelungen, das Schloss zumindest kostendeckend zu betreiben“, sagte der Insolvenzverwalter des Vereins, Lucas Flöther. „Wir haben in den letzten zwei Monaten versucht, für den Verein eine Fortführungslösung zu entwickeln. Diese scheiterte allerdings an der fehlenden Finanzierung.“ Flöther ist am Mittwoch durch das zuständige Amtsgericht Dresden als Insolvenzverwalter bestellt worden, nachdem er bereits zuvor als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden war.
Flöther will die Gespräche mit der Landeshauptstadt Dresden über eine Entschädigungszahlung für die durch den Verein getätigten Investitionen fortführen. Das Restaurant Lingnerterrassen ist indes weiterhin geöffnet. Es wird unabhängig von dem Verein betrieben.
Am Dienstag war bekannt geworden, dass der Insolvenzplan gescheitert ist. Der Hauptgläubiger des Vereins habe diesen Weg abgelehnt, hieß es aus dem Rathaus.
Die Stadt könne deshalb den Betrieb nicht unmittelbar weiterführen. Jetzt soll es Gespräche mit dem Insolvenzverwalter und den Gläubigern geben, um eine Lösung zu finden. Ziel ist es, das Lingnerschloss für die Öffentlichkeit dauerhaft offen zu halten.
„Dank der zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist das Lingnerschloss wieder ein Schmuckstück für Dresden geworden und das Erbe von Karl August Lingner erhalten geblieben“, erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert. „Leider war der Verein nicht in der Lage, das Schloss unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betreiben. Dennoch wollen wir das Ehrenamt für das Schloss auch zukünftig erhalten. In welcher Form dies geschehen kann, muss in den kommenden Wochen mit allen Beteiligten diskutiert werden.“
Dazu bedarf es aber einer vom Stadtrat legitimierten, sicheren rechtlichen Grundlage und einer gesicherten Perspektive. Sowohl das beauftragte Gutachten, als auch alle weiterführenden Gespräche dienen dazu, dieses Ziel zu erreichen, teilte die Stadtverwaltung mit.