++ EIL ++

In Zschachwitz auf S-Bahn-Gleise gestoßen: Anklage wegen versuchten Totschlags

Zuletzt aktualisiert:

Die Dresdner Staats­an­walt­schaft hat gegen zwei Männer Anklage u. a. wegen versuchten Totschlags erhoben. Die Männer aus Libyen (27) und Marokko (24) sollen im März einen Fahrgast am Halte­punkt Zschach­witz auf die Gleise gestoßen haben, sie hinderten ihn daran wieder auf den Bahnsteig zu kommen. Eine S-Bahn musste eine Gefah­ren­brem­sung einleiten. Das Opfer wurde verletzt und erlitt einen Schock.Für Empörung sorgte damals, dass die Tatverdächtigen zunächst auf freien Fuß kamen. Später wurde dann doch Haftbefehl erlassen.Das war passiert: Mann mit Fahrrad auf Gleise gestoßen"Ein Täter warf das Fahrrad des Geschä­digten gegen diesen, woraufhin der Mann mitsamt Fahrrad in die ca. einen Meter tiefer liegenden Gleise stürzte",teilte ein Sprecher der Bundespolizei im März mit. Damit nicht genug, statt dem Mann zu helfen, hinderten sie ihn daran, von den Gleisen zu kommen:"Im Anschluss versuchte der 40-Jährige wieder mit seinem Fahrrad auf den Bahnsteig zu gelangen, dabei wurde er von einem der Angreifer perma­nent mit Fußtritten daran gehin­dert", teilte Holger Uhlitzsch von der Bundes­po­lizei mit.S-Bahn stoppt im letzten MomentGenau in diesem Moment fuhr die S-Bahn in Richtung Dresden in den Halte­punkt­be­reich ein. Der Lokführer bemerkte die Ausein­an­der­set­zung, handelte gedan­ken­schnell und leitete eine Notbrem­sung ein. Der Zug kam nur wenige Meter vor dem Mann zum Stehen. Die beiden Angreifer flüch­teten daraufhin.Tatver­däch­tige Männer gefasstPolizisten konnten die beiden Tatver­däch­tigen, einen damals 23-jährigen Marok­kaner und einen 27-jährigen Libyer, im Zuge ihrer Fahndungs­maß­nahmen in einer nachfol­genden S-Bahn vorläufig festnehmen. Beide Täter waren alkoho­li­siert und polizei­be­kannt, hieß es. Bei einem der Tatver­däch­tigen wurden nach der Festnahme vier Haschisch­stücke gefunden.Die vollstän­dige Mitte­lung der Staats­an­walt­schaft:Die Staats­an­walt­schaft Dresden hat gegen zwei Beschul­digte (24, 27) Anklage wegen  versuchten Totschlags, gefähr­li­cher Körper­ver­let­zung, Nötigung und gefähr­li­chen Eingriffs in den Bahnver­kehr zum Landge­richt Dresden erhoben.Dem 24jäh­rigen Marok­kaner und dem 27jäh­rigen Libyer wird vorge­worfen, einen Fahrgast (41) auf dem Bahnsteig des Halte­punktes Dresden -Zschach­witz am 17. März  2017 gegen 4.45 Uhr nach einer Ausein­an­der­set­zung derart gestoßen zu haben, dass der Fahrgast auf das Bahngleis stürzte. Ihm gelang es zunächst wieder auf den Bahnsteig zu klettern.Nachdem der Geschä­digte sich daraufhin zum Ausgang begeben wollte, soll er erneut so gestoßen worden sein, dass er mit seinem Fahrrad wieder auf das Bahngleis stürzte. Als der Geschä­digte versuchte, auf den Bahnsteig zu gelangen, soll dies der 24jäh­rige Beschul­digte durch Tritte verhin­dert haben. Der andere Beschul­digte soll dies abgesi­chert haben.Die Beschul­digten sollen ihren Angriff auch fortge­setzt haben, als der Zugführer des gegen 4.50 Uhr heran­na­henden Regio­nal­zuges aus Pirna die Hupe des Zuges betätigte. Nachdem der Zugführer eine Gefah­ren­brem­sung einge­leitet hatte, flüch­teten die Beschul­digten. Der Geschä­digte erlitt Verlet­zungen und einen Schock.  Die Schwur­ge­richts­kammer des Landge­richts wird nach Zustel­lung der Anklage über deren Zulas­sung und die Eröff­nung des Haupt­ver­fah­rens entscheiden. Über eine Termi­nie­rung entscheidet das Gericht.