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Im Kraftwerk Mitte wohnen jetzt die Puppen

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Der Umzug der Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ins Kraftwerk Mitte ist abgeschlossen. 12.000 Marionetten und Handpuppen, ganze Bühnen und das umfangreiche Archiv sind in Teilen ab 7. September zu sehen. Künftig wird es zwei Ausstellungen geben, die unabhängig voneinander besucht werden können.

Die Basis-Ausstellung präsentiert Highlights aus den Beständen und lädt zum Forschen und Entdecken ein.Vom Kaspertheater und dem Papiertheater, die beide zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählen, bis hin zu Stücken aus der mit 2.500 Objekten weltweit größten Sammlung von „Theatrum mundi“, einem „mechanischen Welttheater“, dessen Figuren und Kulissen aus Pappe oder Blech gefertigt und an Laufschienen befestigt sind, gibt es viel zu sehen. Ganze Bühnen, Kulissen und technisches Zubehör für das Puppenspiel gehören ebenso dazu wie Stabmarionetten, Köpfe und Kostüme.

Das Publikum bekommt nicht nur einen Blick hinter die Kulissen, es wird auch spielerisch in Kontakt mit den Puppen gebracht. Forschen, ausprobieren, Fragen stellen – das alles ist ausdrücklich gewünscht. Je nach Alter und Interesse können die Besucherinnen und Besucher zwischen verschiedenen Zugangsweisen und Vertiefungsebenen wählen. Am Schluss der Entdeckertour steht das Depot, das Heiligtum der Sammlung. Eine Wächterfigur schützt den gläsernen Eingang, der von Vitrinen mit eindrucksvollen Objekten gerahmt ist.

Im ersten Obergeschoss präsentiert die Jahresausstellung jedes Jahr eine neue „Inszenierung“. Den Auftakt macht ein multimediales Puppenspiel in drei Räumen rund um Elon Musk von der Berliner Künstlergruppe Rimini Protokoll. Empfohlen für Besucher ab 10 Jahren. 

Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden: „Endlich ist nun die Puppentheatersammlung als eine der bedeutendsten Sammlungen ihrer Art auch wieder zu bestaunen. Sie beherbergt Kulturgut von nationalem Wert. Neben Marionetten, die am Weimarer Bauhaus entstanden sind, präsentiert sie zum Beispiel das Kaspertheater und das Papiertheater, die beide seit 2021 zum Immateriellen Kulturerbe zählen. In Sachsen hat Puppentheater als universelles und intergeneratives Theatergenre seit Jahrhunderten eine große und besondere Bedeutung. In den Ausstellungen wird zugleich ihre Aktualität erfahrbar, zum Beispiel im Bild der Marionette als Avatar. Puppentheater ist Kunst, die lebt. Sie lebt vor allem von der Begegnung mit allen Menschen und allen Generationen.“

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