++ EIL ++

Hygiene-Museum schaut auf seine DDR-Geschichte

Zuletzt aktualisiert:

Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden widmet sich erstmals mit einer Ausstellung dem Kapitel DDR in seiner Geschichte. Unter dem Titel „VEB Museum“ gibt es bis Mitte November auch einen Einblick in die Arbeitswelt des Sozialismus, die eng mit dem Alltag der Menschen, der Gesellschaft und dem Staat verwoben war.

Die zeitliche Spanne reicht von der frühen Nachkriegszeit bis zur Wende. Die Ausstellung soll der Erinnerung dienen, aber auch zum Austausch anregen - zwischen Menschen, die in der DDR sozialisiert wurden, und solchen, die die Diktatur nicht erlebten.

„Wir sind überzeugt, dass es die Auseinandersetzung mit und die Anerkennung von ganz unterschiedlichen, auch widersprüchlichen Erfahrungen in all ihrer Komplexität braucht“, sagte Direktorin Iris Edenheiser am Freitag vor der Eröffnung. Nötig sei eine wissenschaftlich fundierte Bearbeitung dieses Teils der deutschen Geschichte in Museen, „unter Einbeziehung der Akteure“ und auch angesichts der politischen Instrumentalisierung von DDR-Erfahrungen. 

„Das Deutsche Hygiene-Museum war kein “Volkseigener Betrieb„ (VEB) im engeren Sinne, aber neben seiner Funktion als staatliches “Institut für Gesundheitserziehung„ und Ausstellungsort auch ein Produktionsbetrieb für anatomische Modelle sowie andere Lehr- und Aufklärungsmittel wie Schautafeln. Sie und Ausstellungen des Museums wurden weltweit vertrieben und erwirtschafteten Devisen in Größenordnungen“, sagte Historikerin und Kuratorin Susanne Wernsing.

Der von einem deutsch-deutschen Team inszenierte Rundgang beleuchtet die Produktpalette, Besuche von Delegationen aus aller Welt und Werbetouren der DDR-Reisekader ebenso wie Hierarchien und den Einfluss von Partei und Stasi auf Themen, die in dem Haus behandelt wurden.