Hunderte gedenken in Leipzig der Terroropfer von Halle
Hunderte Menschen haben am Freitag in Leipzig der Opfer des rechtsextremen und antisemitischen Anschlags vor einem Jahr in Halle gedacht. Aufgerufen zu der Demonstration, die am Synagogendenkmal begann, hatten unter anderem das Zentrum jüdische Kultur Ariowitsch-Haus und die Initiative 9. November, ein Zusammenschluss verschiedener Vereine und Personen.
Teilnehmer legten Blumen an dem Denkmal nieder und riefen zu mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft im Kampf gegen den Antisemitismus auf. Sie bekundeten ihre Solidarität mit allen Menschen, die wegen ihrer Religion, ihrer Hautfarbe oder Sexualität diskriminiert werden.
Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen, in der mehr als 50 Gläubige den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur feierten. Als das misslang, erschoss der Mann eine 40 Jahre alte Passantin, tötete beim Angriff auf einen nahe gelegenen Döner-Imbiss einen 20-Jährigen und verletzte und traumatisierte zahlreiche weitere Menschen, ehe er nach rund eineinhalb Stunden gefasst wurde. Der 28 Jahre alte Deutsche Stephan Balliet hat die Tat eingeräumt, vor dem Oberlandesgericht Naumburg läuft gerade der Prozess gegen ihn. (dpa)