Winzer stellen Reben die „Heizung“ an
Die Radebeuler Weinberge werden wieder „beheizt“. Der Grund: In den kommenden Nächten werden wieder Temperaturen um den Gefrierpunkt erwartet. Um die mehr als 100.000 Reben vor den Spätfrost zu schützen, wollen die Winzer neben Frostkerzen auch kleine kontrollierte Weinbergsfeuer entfachen. Das war bereits in der Nacht zum Donnerstag geplant. Aufgrund der dann doch milden Temperaturen war die „Heizung“ dann doch nicht nötig.
Der April habe in diesem Jahr überdurchschnittlich warm begonnen, teilte das Schloss Wackerbarth mit. An vier aufeinanderfolgenden Tag gab es rekordverdächtige Höchstwerte von über 26 Grad. Am vergangenen Montag (8. April) lag die Tageshöchsttemperatur sogar bei 28,6 Grad Celsius. Der Austrieb der Reben ist daher bereits auch schon Anfang April gestartet, - und damit rund vier Wochen früher als in den Vorjahren. In dieser Phase sind Reben besonders anfällig für späte Frostperioden, weshalb der Schutz nun besonders wichtig ist.
Bereits seit 2014 schützt Schloss Wackerbarth seine Reben mit gezielten, standortabhängigen Frostschutzmaßnahmen. In Weinböhla kommen seit 2019 Frostschutzkerzen zum Einsatz.
Die Winzer in Diesbar-Seußlitz und Laubach - also in Weinbergen ohne direkte Anwohner - nutzen auch kostengünstigere Rauchfeuer bzw. kleine, kontrollierte Feuerstellen.
Die Kosten für die geplanten Frostschutzmaßnahmen auf den insgesamt 28 Hektar Rebfläche belaufen sich auf einen knapp fünfstelligen Betrag. Ohne diesen nächtlichen Einsatz seien die zu erwartenden Kosten durch Ertragsausfälle im laufenden wie auch in den folgenden Weinjahren deutlich höher, begründen die Winzer die Maßnahme.