Nächtliches Betretungsverbot in der Sächsischen Schweiz

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Wegen der extrem hohen Waldbrandgefahr im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, dürfen Besucher ab sofort nachts nicht mehr in den Wald. Wie das Landratsamt in Pirna am Abend mitgeteilt hat, gilt die Regelung bis auf Widerruf in der Zeit von 21 bis 6 Uhr. Tagsüber ist das Verlassen der Waldwege untersagt. Ausgewiesene Trekkinghütten und Biwakplätze sind von der Regel ausgenommen. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro

Aktuell gilt im Nationalpark die Warnstufe 3, in eingen Teilen auch die Warnstufe 4. Aus diesen Gründen sind in den kommenden Tagen wieder häufiger Waldhüter unterwegs. Im vergangenen Jahr hatte es 19 Mal gebrannt. Davon wurden etwa 16 Brände von Lagerfeuern ausgelöst, sagte uns Hans Peter Mayr vom Nationalpark. Bei Rathen wurden damals etwa 1,5 ha (so viel wie 2 Fußballfelder) Wald vernichtet. 400 Rettungskräfte waren in dem unwegsamen Gelände im Einsatz.

Pressemitteilung des Landratsamtes Pirna

25.07.2019 | 143/2019

Allgemeinverfügung zur Sperrung des Waldes im Gebiet des Landkreises

 

Das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge als untere Forstbehörde erlässt in Abstimmung mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst gemäß §§ 13 Abs. 1, 2 und 35 Nr. 1, 2 SächsWaldG nachfolgende Allgemeinverfügung:

Für das Gebiet des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wird das waldgesetzliche Betretungsrecht ab dem Tag der Bekanntmachung dieser Allgemeinverfügung wie folgt eingeschränkt:

  1. In der Zeit von 21:00 Uhr eines Tages bis 06:00 Uhr des Folgetages ist das Betreten des Waldes einschließlich aller Waldwege untersagt.
     
  2. Von 06:00 Uhr bis 21:00 Uhr ist das Betreten des Waldes auf die Waldwege beschränkt. Das Verlassen der Waldwege untersagt.
     
  3. Ausgenommen ist der Aufenthalt in den ausgewiesenen Trekkinghütten und auf Biwak-plätzen des Forststeigs, sofern diese vor 21:00 Uhr erreicht werden.
     
  4. Vom zeitweiligen Betretungsverbot sind die im § 15 Abs. 2 SächsWaldG genannten Per-sonen und Sachverhalte ausgenommen.
     
  5. Die Allgemeinverfügung gilt bis auf Widerruf.

Der vorsätzliche oder fahrlässige Verstoß gegen vorstehende Allgemeinverfügung ist gem. § 52 Abs. 5 SächsWaldG als Ordnungswidrigkeit mit Geldbuße bedroht. Diese kann bis zu 2.500 €, in besonders schweren Fällen bis zu 10.000 € betragen.

Begründung:

Aufgrund der trockenen Witterung und der vorhergesagten Waldbrandgefahrenstufen für die Waldflächen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge im Zusammenhang mit außergewöhnlich hohen Temperaturen besteht eine extrem große Waldbrandgefahr. Auch für das kommende Wochenende hat der Deutsche Wetterdienst sehr hohe Temperaturen und damit verbunden eine enorm hohe Waldbrandgefahr vorhergesagt.

Das waldgesetzliche Betretungsrecht gemäß § 11 SächsWaldG wird deshalb in der Nachtzeit bis auf Widerruf generell ausgesetzt, weil die Entstehung von Waldbränden und die Waldbrandbekämpfung in der Nachtzeit mit besonderen Gefahren für Leib und Leben verbunden ist. So werden Waldbrände in der Nacht später entdeckt und erreichen dadurch ein größeres Ausmaß. Außerdem erschweren Nachtbedingungen die Lösch- und Rettungsarbeiten.  

Vom nächtlichen Betretungsverbot des Waldes ausgenommen sind nur die Trekkinghütten und Biwakplätze des Forststeiges, weil diese einer intensiven Betreuung durch den Staatsbetrieb Sachsenforst unterliegen und gut erreichbar sind.

Das Verlassen der Waldwege am Tage wird untersagt, weil die Zündbereitschaft auf den Wald-wegen deutlich geringer ist, als in der Waldfläche.

Die Allgemeinverfügung wird widerrufen, sobald sich die Wetterlage umstellt.

Zum Schutz des Waldes und der Waldbesucher war vorstehende Allgemeinverfügung zu erlassen. Sie war für sofort vollziehbar zu erklären, um den mit ihr bezweckten Erfolg ohne Verzögerung zu bewirken.

Überdies können die Forstschutzbeauftragten und die Vollzugspolizeibediensteten Platzverweise aussprechen.

Diese Allgemeinverfügung wird gemäß § 80 Abs. 2 Nr.4 der Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) für sofort vollziehbar erklärt.

gez.
Dr. Hertzog
Landratsamt
als Untere Forstbehörde

 

Kontakt:
Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Untere Forstbehörde

Weißeritzstraße 7, 01744 Dippoldiswalde
Telefon: 03501 515-3500
E-Mail: umwelt@landratsamt-pirna.de

 

Die Allgemeinverfügung kann im Original zu den Geschäftszeiten im Landratsamt, Untere Forstbehörde, Weißeritzstraße 7, 01744 Dippoldiswalde, eingesehen werden. Die elektronische Fassung finden Sie auf der Internetseite der Landkreisverwaltung unter:

www.landratsamt-pirna.de/bekanntmachungen.html

Auch im Landkreis Meißen ist die Gefahr hoch

In den Landkreisen Meißen und Bautzen ist am Donnerstag die höchste Waldbrandwarnstufe (5) ausgerufen wurden. Auch in Chemnitz und Dresden gilt die zweithöchste Waldbrandwarnstufe (4). Der wenige Regen der vergangenen Tage sei nicht tief in den Boden eingedrungen, heißt es von einer Sprecherin des Staatsbetriebes Sachsenforst. Auch in den kommenden Tagen entspannt sich die Lage nicht. Bis zum Wochenende bleibt es heiß und sonnig.

"Nach dem Wetterbericht, wird es auch in den nächsten Tagen keine Entspannung geben. Damit wird sich die Situation auch nach wie vor gefährlich darstellen." - Kerstin Thöns vom Landkreis Meißen.

Waldbrand vermeiden

- nicht im Wald rauchen, keine Zigaretten weg werfen
- keinen Müll in den Wald werfen
- kein Glas in den Wald werfen (reflektierende Flächen können Feuer entfachen)
- Müll und Glas möglichst einsammeln
- nicht mit dem Auto oder dem Motorrad an den Waldrand oder in den Wald fahren
- kein Lagerfeuer

Brände oder auch Schwelfeuer bitte sofort der Feuerwehr melden: 112